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12.10.2011 11:22 UhrVon Torsten HampelKommentare: 22
Kosovo In einem geraubten Land

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Ungeheuerliche Vorwürfe. Kosovos Regierungschef Hashim Thaci wird mit Geldwäsche, Schmuggel, Organhandel, ja sogar mit Auftragsmord in Verbindung gebracht. – FOTO: DPA
Seltsamer Staat: Keine eigene Währung, keine eigene Telefonvorwahl, keine Internetkennung. Das Kosovo hat seit dem Nato-Einsatz von 1999 nicht zur Normalität gefunden. Vielmehr scheint es in die Hände eines Verbrecherkartells gefallen zu sein.

Ein alter, schwarzer, verbeulter Fiat Punto tastet sich durch das Kosovo, als wäre die Straße sein Gegner. Der Fahrer blickt durch die gerissene Frontscheibe auf ein welliges, regelmäßig von Schotter unterbrochenes Asphaltband, auf einen schmalen Streifen Land, das Land der überfahrenen Hunde und Katzen und der vor sich hin kokelnden Straßenrandflora, das Land der Autowaschplätze und Tankstellen. Der Fahrer sieht all das, und er sieht noch etwas anderes. Er sieht einen Gabentisch für das besonders gut organisierte Verbrechen.
Der Fahrer, der nach dem Willen seiner Mutter Elvis heißen sollte, wogegen jedoch die Familie des Vaters etwas einzuwenden hatte und er also den Namen Ramadan bekam, spricht kauend in sein Blackberry-Telefon, er telefoniert oft während der Fahrt, ein paar Gespräche beginnt er mit dem Satz: „Mmh, ich habe einen Keks im Mund.
“ Ramadan fastet nicht im Fastenmonat, seit er irgendwann zwischen seiner Geburt und diesem Tag im Herbst vom Islam zum Christentum wechselte. Er ist auf dem Weg zur Arbeit, nach Pristina. In die Hauptstadt seines Landes, in dem nicht nur die Straßen mehrere Sprachen sprechen. Das den Euro als Zahlungsmittel hat, aber weder zur europäischen Währungsunion, zur Europäischen Union und zum sogenannten Schengen-Raum gehört, noch nicht einmal zu den Vereinten Nationen. Es hat keine eigene Telefonvorwahl und keine eigene Internetkennung. Die Welt ist sich uneins darüber, ob dieses Land überhaupt ein Land ist. 81 Staaten meinen Ja, 112 Nein.

Der Jäger. Ramadan Ilazi leitet eine Organisation, die Verbrecher und Bestecher aufspürt. Er will sein Land zurückhaben, und zwar von den eigenen Landsleuten. – FOTO: DPA
Sie ist ebenso gespalten bei der Frage, ob dieses Land von einer oder von zwei Regierungen geführt wird und ob es sich dabei überhaupt um Regierungen handelt oder bei mindestens einer davon nicht eher um ein Verbrecherkartell. Uneinigkeit bestünde folglich auch darin, ob der junge Mann hinter der gerissenen Scheibe seines alten Fiats ein Regierungskritiker ist oder auf Verbrecherjagd, und eindeutig zu beantworten ist nicht einmal, ob man ihn überhaupt für einen jungen Mann halten soll oder nicht. Nach mitteleuropäischen Maßstäben sieht er aus wie einer. Auch seine 26 Lebensjahre sprechen dafür. Hier im Kosovo bedeuten sie, dass Ramadan Ilazi mittlerweile ein überdurchschnittlich hohes Alter erreicht hat. Das ist die Lage. Übersichtlich ist sie nicht.
Ramadan Ilazi ist Korruptionsbehinderer von Beruf. Und das Kosovo gilt den Menschen und Organisationen, die etwas mehr als nur Mutmaßungen darüber anstellen können, als besonders korrupt. Es liegt auf Platz 110 in der aktuellen Länderrangliste der Organisation Transparency International. Griechenland ist sauberer, es belegt Platz 78, Russland 154.
Es sind Ilazis letzte Tage als Chef der Organisation FOL, im Herbst wird er wieder an eine Universität zum Studieren gehen. Er muss oft Abschied nehmen in diesen Tagen und die Amtsübergabe an seinen Nachfolger regeln. Ilazi hat FOL vor dreieinhalb Jahren mitgegründet, es ist eine der Tausenden sogenannten Nichtregierungsorganisationen im Kosovo, von denen die meisten nichts anderes zu sein scheinen als Fördergeldbeschaffungsmaschinen. FOL indes gehört zu jenem Zehntel, von dem Fachleute annehmen, dass dort tatsächlich irgendeine Art inhaltlicher Arbeit stattfindet. FOL kümmert sich um Bestechung und Bestechlichkeit von Amtsträgern.
Ilazi sagt, er sei irgendwann zu der Überzeugung gekommen, dass dies die größte Gefahr sei für sein Land. Größer als der alte und immer noch gewalttätig ausgetragene Streit zwischen Kosovos Albanern und Kosovos Serben im Norden des Landes, wo die Belgrader Regierung einen größeren Einfluss auf alles hat als die in Pristina. Der Kosovo-Albaner Ilazi will sein Land zurück, und zwar von den eigenen Leuten.
Regelmäßig gibt die Organisation FOL einen „Korruptionsmonitor“ heraus. Sie vergleicht die Angaben, die Parlamentarier gegenüber der Anti-Korruptions-Behörde zu ihren Vermögen machen mit denen, die sie der Wahlkommission zukommen lassen, und dokumentiert die Differenzen dazwischen. Sie dokumentiert die Differenzen zwischen aktuellen Angaben und solchen aus dem Vorjahr. Die Differenzen sind gelegentlich Millionenbeträge. Sie dokumentiert die Anzahl der Korruptions-Ermittlungsverfahren, die sich daraus ergebenden Anklagen und Urteile. Sie hantiert mit Zahlen, denen man nicht ansieht, ob sie korrekt sind, nachlässig zusammengestellt oder manipuliert. In ihrer Gänze aber ergeben sie ein Bild. Es ist das Bild eines in Verbrecherhände gefallenen Staates.
Es geht um Menschen-, Drogen- und Waffenhandel, es geht um die Privatisierung von Staatsbesitz, um Brauereien, Telefonfirmen und Benzin, und es geht um das Terrain der überfahrenen Haustiere, die Straßen.
Aus einem vertraulichen Bericht des Berliner Instituts für Europäische Politik für die Bundeswehr: „Unter den Augen der Internationalen Gemeinschaft“ haben sich „mittlerweile mehrere Multi-Millionen-Euro-Organisationen entwickelt, die sowohl über Guerilla-Erfahrung als auch über Geheimdienstexpertise verfügen. Ein umfangreiches Waffenarsenal sichert diese Gruppierungen dabei ebenso vor externen Zugriffen ab wie das hohe soziale Ansehen ihrer Führer … eine nahezu infiltrationsresistente Clanorganisation sowie die weitgehende Kontrolle über den Regierungsapparat vervollständigen den lokalen Herrschaftsanspruch.“
Ein vor einigen Jahren an die Öffentlichkeit gelangter Bericht des Bundesnachrichtendienstes von 2005 behauptet: „Über M., F. und dessen in Pristina ansässige Firma S. wird Thaci mit Geldwäsche, Treibstoff- und Zigarettenschmuggel in Verbindung gebracht.“ „Thaci wird von L. über dessen in Schmuggelaktivitäten verwickeltes Firmengeflecht D. finanziell unterstützt.“ „Thaci gilt neben H., S. und V. als Auftraggeber des Profikillers A., genannt B.“
Ein ebenso öffentlich zugängliches, Anfang dieses Jahres der britischen Zeitung „The Guardian“ zugespieltes vertrauliches Nato-Dokument, erstellt mit dem Kenntnisstand aus dem Jahr 2004, nennt Thaci einen der drei „größten Fische“ des organisierten Verbrechens im Kosovo.
Thaci, Vorname Hashim, ist Regierungschef. Er schaut jetzt lächelnd auf den alten Fiat herunter. Ein Großplakat, ein Kopf, ein Hals, ein weißes Hemd, weit oben angebracht an einer Fassade in Pristinas Stadtzentrum, hinter der Thacis Partei ihrer Arbeit nachgeht.
Ilazi parkt sein Auto zwischen Wagen gleicher Güte, nestelt das Telefon in die Hosentasche, er hat es jetzt eilig. Ilazi rennt durch Pristina. Eine 200 000-Einwohner-Stadt mit kurzen Wegen und vielen einander bekannten Gesichtern. Man sieht hohe Amtsträger in Straßencafés sitzen, manche nicken dem vorbeihetzenden Ilazi zu. Ilazi rennt, er hat Verabredungen mit Tippgebern, Regierungsangestellten, Uno-Leuten, Botschaftspersonal, Journalisten. Er redet mit ihnen. In diesem Moment auch wieder, auch ein Straßencafé, Ilazi und ein Mann an einem Tisch, über ihnen eine Markise, an der ein Wasserzerstäuber hängt. Feine Tropfen stehen regungslos in der Luft, Mini-Wolken, sie verdunsten rasch.
Als die beiden aufbrechen, gehen sie noch ein Stück gemeinsam. „Hast du gesehen?“, sagt Ilazi nach einer Weile, er sagt: „Limaj.“ Nein, hat der Mann nicht gesehen, es ist auch bereits zu spät, sich umzudrehen nach demjenigen, der ihnen gerade entgegengekommen war. Man sieht nur Menschenrücken.
Fatmir Limaj war bis zum vergangenen Jahr Minister für Transport und Telekommunikation im Kosovo. Gegen ihn wird seitdem wegen Unterschlagung von angeblich 80 Millionen Euro ermittelt, die im Zuge eines Autobahnbaus verschwunden sein sollen. Was aber in diesem Moment hier auf der Straße noch niemand weiß, ist, dass Limaj ein paar Wochen später unter Hausarrest gestellt werden wird. Sein Pass wird eingezogen werden. Er soll Ende Oktober vor einem Gericht in Pristina stehen. Die Anklage lautet auf Kriegsverbrechen. Offenbar ist der Prozess auch nicht gefährdet durch den Umstand, dass der Hauptbelastungszeuge Ende September in einem Duisburger Park tot aufgefunden worden war
Der Mann, der im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms in Deutschland war, hat sich offenbar selbst getötet. In einer SMS sandte er eine entsprechende Ankündigung an seinen Bruder, ein Polizeisprecher sagte, die Spurensicherung habe keine Hinweise auf ein Fremdverschulden gefunden, die Rechtsmedizin dagegen sehr wohl welche auf eine Selbsttötung. Von einer „depressiven Vorerkrankung“ ist die Rede. Die Aussage des Mannes, der von den Behörden „Zeuge X“ genannt wurde, ist auf Video und schriftlich dokumentiert.
„Hast du gesehen? Limaj“, hat Ilazi gesagt. Es war nichts Triumphierendes in seiner Stimme, obwohl er zu den Unterschlagungs-Ermittlungen gegen Limaj möglicherweise beigetragen hat, FOL enthüllte gesetzeswidrige Interessenkonflikte bei dessen Ministeriumspersonal. Es gab auch nichts, was nach Ehrfurcht oder Angst geklungen hätte. Es klang beiläufig.
In der Tat hat der Fall Limaj, so spektakulär er auch ist, etwas Alltägliches. Er entspricht einem Muster. Limaj war im Krieg. Die laut Verfassungsschutzbericht des Jahres 1998 „in ihrer Heimat terroristisch operierende ,Befreiungsarmee von Kosovo’ (UCK)“ beschäftigte ihn als Kommandeur. Die UCK kämpfte damals für die Unabhängigkeit des Kosovo von einer demütigenden jugoslawischen Obrigkeit, begann eine militärische Offensive, erlitt einen Gegenschlag, die Nato griff ein, die immer noch offiziell jugoslawische, später serbische Provinz Kosovo kam unter UN-Verwaltung, im Jahr 2008 proklamierte sie ihre Unabhängigkeit. Die UCK-Führer waren Volkshelden, sie gründeten Parteien, kamen ins Parlament und in die Regierung. Korruptionsvorwürfe kamen auf und Vorwürfe wegen Kriegsverbrechen. Manchmal starben Belastungszeugen. Manchmal schwiegen sie aus Angst.
Manchmal mag auch Ramadan Ilazi nichts mehr sagen. Seit dreieinhalb Jahren sammelt er Zahlen und Indizien, stellt Fragen, informiert Behörden und merkt dann oft, dass dies alles folgenlos bleibt. Kaum jemand fragt weiter, sagt er, kaum jemand ermittelt. Er sagt, dass mittlerweile viele andere auch entmutigt seien. Er könne das messen. Die Momente jedenfalls, in denen sich jemand bei ihm meldet und einen Verdachtsfall schildert oder gar Beweise liefert, werden seltener. Es verlasse ihn ein bisschen die Kraft, sagt er.
Er hat sich deswegen extra einen gelben Zettel auf die Innenseite der Fiat-Frontscheibe geklebt. Darauf steht ein Bibelzitat. „You, Lord, give perfect peace to those who keep their purpose firm and put their trust in you.“ Luther hat den Satz so übersetzt: „Du erhältst stets Frieden nach gewisser Zusage; denn man verlässet sich auf dich.“ Ein Blick auf den Zettel, sagt Ilazi, und das reicht dann meistens für den Rest des Tages.
Dieser Tag indes ist ohnehin ein guter für Ilazi. Jemand, der es wissen muss, eine jener Straßencafébekanntschaften, hat ihm davon erzählt, dass sich in der Welt draußen etwas ändert. Hashim Thaci würden offenbar keine Staatsbesuche im Ausland mehr gewährt. 27 entsprechende Anfragen soll seine Regierung in diesem Jahr bereits gestellt haben, alle seien abgelehnt worden. Und dann hat am Morgen in der Zeitung gestanden, dass nun wegen eines besonders schweren Vorwurfs gegen ihn ermittelt wird.
Die Eulex, Rechtsstaatlichkeitsmission der EU im Kosovo, 2000 internationale und 1000 kosovarische Polizisten, Richter, Staatsanwälte, Zollbeamte stark, hat ein entsprechendes Team zusammengestellt. Thaci sagt, er wolle die Untersuchungen unterstützen.
Es geht um einen Ende 2010 veröffentlichten Bericht des Schweizer Europarats-Abgeordneten Dick Marty, dem zufolge Thaci am Handel mit Organen von dafür getöteten Kriegsgefangenen beteiligt gewesen sein soll. Der Bericht verschweigt seine Informationsquellen und ist deshalb umstritten. Thaci wehrte sich gegen die Vorwürfe. Kurz darauf wiederum wurden zwei – den Organhandel bestätigende – Uno-Berichte über bereits 2003 und 2004 angestellte Untersuchungen serbischen Zeitungen zugespielt. Sie beruhen auf Zeugenaussagen und beschreiben eine Besichtigung des vermeintlichen Tatorts. Dort seien Indizien gefunden worden, „Spritzen“, „Tablettendosen“, „mit Operationskleidung übereinstimmende Materialfragmente“. Eindeutige Beweise indes fanden sich offenbar nicht.
Der Fiat verlässt Pristina. Er passiert den Bill-Clinton-Boulevard mit der Bill-Clinton-Statue. Ein wenig vornübergebeugt steht der einstige US-Präsident auf einem Sockel, die Linke zum Gruß erhoben. In der rechten Hand hält er eine Aktenmappe, darauf das Datum „24. 3. 1999“, der Tag, an dem die Nato damit begann, Jugoslawien zu bombardieren und damit zum Rückzug aus dem Kosovo zu bewegen. Ramadan Ilazi hat diese Hand einmal gehalten.
Eine Sporthalle in Ilazis Heimatstadt Ferizaj im November 1999. Er war ein Flüchtlingskind damals, gerade zurückgekehrt aus einem Zeltlager in Mazedonien. Er lebte vom Zigarettenverkaufen an amerikanische Soldaten, und weil er gut Englisch sprach, wurde er zu einem ihrer Übersetzer. Deswegen wiederum wurde er ausgewählt, um Clinton bei seinem Besuch zur Feier des Kriegsendes zu begrüßen.
„Vielen Dank, Präsident Clinton“, sagte er damals. „Ich heiße Ramadan Ilazi, ich gehe in die achte Klasse. Sie haben versprochen, uns sicher in unsere Heimat zurückzubringen. Sie haben Ihr Versprechen gehalten.“
Er besitzt ein gerahmtes Foto davon. Er und Clinton händeschüttelnd, in der Linken hält der Präsident einen Pappbecher. „Das war schon ein wichtiger Moment damals“, sagt Ilazi, „bis dahin wollte ich Pilot werden.“ Er fährt raus aus Pristina, an einem seiner letzten Tage als Chef der Organisation FOL, bald wird er wieder Student sein, weil es ja weitergehen muss, wenigstens mit ihm. Er fährt raus, kein bisschen schneller, als er am Morgen reingefahren war. Vor ihm liegt die Straße.

http://www.tagesspiegel.de/politik/in-einem-geraubten-land/4744034.html?p4744034=3

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Bin Laden in Sarajevo

Die wichtigsten Verdächtigen des 11. September waren Bundesgenossen der NATO auf dem Balkan.
“Und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.” (Johannes 8,32 – Inschrift in der Lobby des CIA-Hauptquartiers)

Osama bin Laden ist überall – nur nicht auf dem Balkan. Über die Verbindungen des saudischen Millionärs, des angeblichen Auftraggebers der Anschläge vom 11. September, in so ziemlich jede Weltgegend ist die staunende Öffentlichkeit mit einer Unzahl von Fakten überschüttet oder auch nur von Gerüchten umnebelt worden – in Ägypten und Algerien, in Indonesien und auf den Philippinen, in Italien und Spanien und vielen anderen Ländern soll es Zellen seiner sagenhaften Organisation Al Qaida geben. Die größte Wirkung hatten zwei Behauptungen: Der saudische Multimillionär habe die Attacken gegen die USA mit dem irakischen Herrscher Saddam Hussein abgestimmt, und Hamburg sei, so US-Justizminister John Ashcroft, die “zentrale Basis” der 9/11-Terroristen gewesen. Mit der einen Behauptung wurde die Öffentlichkeit vor allem in den USA auf den Überfall des Irak eingestimmt, mit der anderen rechtfertigt Bundesinnenminister Otto Schily seither eine immer weitergehende Einschränkung der Bürgerrechte.

Sieben Schlüsselfiguren
Doch ausgerechnet die Tatsache, daß die Tatverdächtigen des 11. September im allgemeinen und vor allem die Kämpfer der Hamburger Zelle ihr blutiges Handwerk auf dem Balkan lernten, fehlt weitgehend in den Standardwerken der Al-Qaida-Literatur und spielt auch in der Mainstream-Presse bestenfalls eine Randrolle. Im hochgejubelten Bestseller von Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust (zusammen mit Cordt Schnibben) “11. September – Geschichte eines Terrorangriffs” werden die Abläufe seit den frühen neunziger Jahren im Detail nachgezeichnet, doch das Wörtchen Bosnien kommt auf knapp 300 Seiten gerade einmal vor. CNN-Terrorspezialist Peter Bergen (“Heiliger Krieg Inc.”) zeichnet die wichtigsten Stationen von Osama bin Laden nach – die federführende Rolle bei den Mudschaheddin in Afghanistan in den achtziger Jahren, die Übersiedlung nach Sudan Anfang der Neunziger, die Unterstützung des antiamerikanischen Widerstandes in Somalia, die möglichen Verbindungen zu den Anschlägen auf die US-Botschaften in Nairobi und Daressalam -, aber auch hier jeweils nur ein paar verstreute Anmerkungen zum Balkan. ZDF-Nachrichtenchef Elmar Theveßen (“Schläfer mitten unter uns”) und Zeit-Autor Oliver Schröm (“Al Qaida – Akteure, Strukturen, Attentate”) hetzen die Leser kreuz und quer über den Globus, von Kabul nach New York, von Djerba nach Bali, schließlich entdecken sie Al-Qaida-Zellen in Hamburg und im Ruhrgebiet – aber Namen wie Sarajevo, Tuzla und Zenica sucht man vergeblich.

Das Ignorieren der Balkan-Connection des islamischen Terrorismus hat einen Grund: Ebenso wie in den achtziger Jahren in Afghanistan kämpften die Heiligen Krieger auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien mit Unterstützung der USA und anderer NATO-Staaten. Während man in Washington das frühere Bündnis mit den radikalen Fundamentalisten in Afghanistan mittlerweile selbstkritisch sieht, gibt es keine Aufarbeitung der ähnlichen Politik auf dem Balkan, weil sich ihr Grundmuster bis heute fortsetzt: Im Kampf gegen den “großserbischen Nationalismus” ist für den Westen alles erlaubt, auch das Bündnis mit den Todfeinden der Al Qaida.

Die offizielle US-amerikanische Version des Tathergangs kann man mittlerweile im Abschlußbericht der 9/11-Kommission des US-Senats nachlesen, der Ende Juli 2004 vorgelegt worden ist. Demnach waren die Flugzeugattacken auf das World Trade Center (WTC) und das Pentagon eine Idee von Khalid Scheich Mohammed, der bereits beim ersten WTC-Anschlag 1993 mit die Fäden gezogen haben soll. Der radikale Kuwaiter überzeugte Osama bin Laden im Frühjahr 1999 von dieser Idee, und beide sprachen über mögliche Ziele. Bin Laden höchstpersönlich wählte dann die Todespiloten aus. Als erste und wichtigste nennt der Bericht die “Hamburger” Mohammed Atta, Hani Hanjour, Ramzi Binalshibh und Ziad Jarrah sowie die Saudis Khalid Almidhar und Nawaf Alhazmi. Diese sechs wurden im November und Dezember 1999 nach Afghanistan eingeladen und von der Al-Qaida-Spitze instruiert.

Aufgrund von Visaproblemen nahm Binalshibh an der Aktion am 11. September selbst nicht teil, aber er und Khalid Scheich Mohammed sollen – so immer noch die offizielle Version der US-Behörden – als “Masterminds” im Auftrag von bin Laden die gesamte Operation gesteuert haben. Die übrigen fünf Genannten saßen am 11. September im Cockpit von drei der vier Todesmaschinen.

Die Bosnien-Veteranen

Von den sieben Schlüsselfiguren des 9/11-Plots haben mindestens vier in den neunziger Jahren in Bosnien gegen die Serben gekämpft. Für Alhazmi, Almidhar und Chalid Scheich Mohammed wird dies im 09/11-Untersuchungsausschuß des US-Kongresses kurz erwähnt. Die Anwesenheit Binalshibhs im balkanischen Kriegsgebiet wurde von Regina Kreis, der deutschen Ehefrau eines bosnischen Mudschaheddin, gegenüber deutschen Sicherheitsdiensten bezeugt.

Atta dagegen dürfte nach bisherigem Kenntnisstand nicht auf dem Balkan gekämpft haben. Aber viel spricht dafür, daß seine Wende vom recht harmlosen Moslem zum fanatischen Dschihadisten unter dem Einfluß von Bosnienkämpfern zustande kam. “Es gibt bei Atta, wie bei den meisten anderen, zwei entscheidende Wendepunkte: 1995 begann seine Radikalisierung; vier Jahre später, Ende 1999, wird er zum Terroristen”, analysieren Aust und Schnibben. Noch bei einer Studienreise nach Ägypten im August 1995 seit er lustig und vergnügt gewesen, mit Freunden ausgegangen. “Für ein paar Wochen, endlich mal, war er wie ein Clown”, sagt ein Kommilitone. Einen Monat später aber kommt Binalshibh nach Hamburg – und Atta verwandelt sich. Auch in der Islam-AG, die die mutmaßlichen Terroristen ab Januar 1999 an der Technischen Universität in Hamburg-Harburg eingerichtet hatten, war Binalshibh der “Wortführer” (Schröm). “Innerhalb der Islam AG versteht es Binalshibh, geschickt für die Ideen von Al Qaida zu werben”, urteilt Schröm, unter anderem habe er Videokassetten mit religiöser Werbung und Predigten für Osama bin Laden an die anderen verteilt. Ein Teilnehmer der AG berichtete, es sei Binalshibh gewesen, der darauf gedrängt habe, den Worten endlich auch Taten folgen zu lassen. Konkret verlangte er: “Man muß in bezug auf Amerika etwas tun!”

In der Hamburger Marienstraße 54 wohnte neben Atta und Binalshibh auch Marwan al-Shehhi – er soll am 11. September die zweite Todesmaschine in das World Trade Center gesteuert haben.1999 passiert bei ihm dasselbe wie bei Atta: Er “stieß auf Ramzi Binalshib, den geheimnistuerischen Jemeniten, und ziemlich schnell entschied er sich gegen das eine, das muntere Leben. Und für das andere, die Vorbereitung des Massenmords”. (Aust/Schnibben)

Vielleicht ebenso wichtig für die geistige und praktische Vorbereitung des Hamburger Todespiloten wie Binalshib war ein weiterer Bosnien-Kämpfer: Mohhamed al Zammar. Unter dem Nom de Guerre Abu Zubair war er sogar Kommandeur einer Mudschaheddin-Einheit in Zentralbosnien gewesen, die hauptsächlich aus Nordafrikanern (vermutlich Algeriern) bestand. Buchautor Theveßen behauptet, Zammar sei die “zentrale Figur, wenn nicht sogar die Schlüsselfigur in der Wandlung des Mohammed Atta zum skrupellosen Terroristen (…) Zammar, das darf nach den Recherchen zu diesem Buch als sicher gelten, empfahl Atta und seine Freunde an die Führungsspitze von Al Qaida in Afghanistan”. Angeblich sollen auch Said Bahaj, der ebenfalls in der Marienstraße 54 wohnte und heute in Afghanistan kämpfen soll, und Mamoun Darkanzali, der Finanzier der Gruppe, von Zammar in Hamburg angeworben worden sein. Aust und Schnibben resümieren: “Wenn in den vergangenen Jahren irgendwo in Europa Mudschaheddin-Kämpfer verhaftet wurden, führte die Spur immer wieder zu Zammar.”

Doch seltsam: Zammars führende Rolle im bosnischen Krieg ist in keinem Buch erwähnt, und auch der Abschlußbericht der 9/11-Kommission geht darüber hinweg. Doch das ist nicht die einzige Auslassung.

An der Seite von Izetbegovic

Auch Osama bin Laden selbst war in Bosnien, und zwar in einer der Kommandozentralen des blutigen Bürgerkrieges. “Spiegel-Balkan-Korrespondentin Renate Flottau traf den Terroristenchef 1993 in Sarajevo; er stellte sich artig vor und sprach vom bosnischen Befreiungskampf, an dem seine Leute auf der Seite der Muslime mitmachen wollten. Er besaß einen Paß des neuen Staates Bosnien-Herzegowina, ausgestellt von der Botschaft in Wien, und rühmte sich, internationale Kämpfer ins Krisengebiet zu schmuggeln”, berichtete das Hamburger Nachrichtenmagazin (38/2001) mit fast acht Jahren Verspätung. Was der Spiegel nicht schrieb, aber die Belgrader Politika (4. und 5. Oktober 2001) nach einem Gespräch mit Flottau: Dieses Zusammentreffen mit bin Laden soll im Präsidentenpalast von Alija Izetbegovic stattgefunden haben. Der genoß bis zu seinem Tod im letzten Herbst höchste Anerkennung in den NATO-Staaten im allgemeinen sowie in den USA und Deutschland im besonderen, war “unser Mann” auf dem Balkan im Kampf gegen die bösen Serben. Warum traf sich der Frontmann der NATO mit bin Laden?

Zur Klärung dieser Frage läßt sich ein kleiner historischer Exkurs nicht vermeiden. Im Verlaufe des Jahres 1991 begannen in Kroatien und Slowenien Aufstände gegen die jugoslawische Zentralregierung, beide Sezessionsrepubliken wurden zum Jahresende von Deutschland diplomatisch anerkannt. Dieses Beispiel beflügelte die sezessionistischen Moslems und Kroaten in Bosnien-Herzegowina, nun ihrerseits die Loslösung von Jugoslawien zu betreiben. Im März 1992 organisierten beide Volksgruppen ein Referendum, fast 100 Prozent der Abstimmenden votierten für die Unabhängigkeit Bosnien-Herzegowinas. Kleiner Schönheitsfehler: Die Wahlbeteiligung lag nicht bei 100, sondern nur bei etwa 65 Prozent. Die serbische Volksgruppe, mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung, hatte das Referendum geschlossen boykottiert und es damit de jure ungültig gemacht – die Verfassung der Teilrepublik sah nämlich vor, daß alle wichtigen Entscheidungen von allen drei Ethnien im Konsens getroffen werden mußten. Doch de jure war nicht de facto: Trotz der verfassungswidrigen Geburt des neuen Staates erhielt er innerhalb weniger Tage die völkerrechtliche Anerkennung durch Bonn und Washington. Sofort begannen die blutigen Kämpfe, die in den folgenden dreieinhalb Jahren mehreren zehntausend Menschen das Leben kosten sollten.

Die Vereinten Nationen versuchten, durch ein Waffenembargo den Brandherd zum Erlöschen zu bringen, aber alle drei Bürgerkriegsparteien unterliefen die Blockade erfolgreich. Für den Nachschub der Moslems sorgten in trauter Eintracht Osama bin Laden, das Teheraner Mullah-Regime und die Vereinigten Staaten. Bin Laden und der eingangs erwähnte Chalid Scheich Mohammed schleusten eine halbe Milliarde Dollar über die in Wien ansässige Third World Relief Agency (TWRA) an Izetbegovic. Mit diesen Geldern wurde eine fundamentalistische Interbrigade aufgestellt und bewaffnet. Das 3. Korps der bosnisch-muslimischen Armee mit dem bezeichnenden Namen El Mudschahid bestand vorwiegend aus arabischen Gotteskriegern, die im Sudan ausgebildet worden waren, und aus iranischen Pasdaran. Über deren Zahl gibt es unterschiedliche Angaben. Die Belgrader Tageszeitung Politika Ekspres nennt 15 000, Steve Rodan von der Fachzeitschrift Jane’s Intelligence geht unter Berufung auf Geheimdienstquellen von 7 000 aus, die Warschauer Tageszeitung Rzespospolita mit Bezug auf Erkenntnisse des polnischen SFOR-Kontingents von 5 000, die mit den Muslimen (meistens) verbündeten Kroaten geben 4 000 Mudschaheddin an.

Heimliche Alliierte

Mit dem Amtsantritt des neuen Präsidenten William Clinton im Januar 1994 gaben die USA ihre Zurückhaltung auf und ergänzten die politische Unterstützung der bosnischen Muslime durch die militärische. Der Waffenzufluß, den bis dahin Osama bin Laden und der Iran organisiert hatten, wurde nun mit Hilfe der USA entscheidend verstärkt. Die Washington Post berichtete, daß “die Clinton-Administration von den Aktivitäten der sogenannten Hilfsagentur (gemeint: die oben erwähnte TWRA, Anm. J. E.) Kenntnis hatte, die Waffen und Geld nach Bosnien schleuste, um die muslimische Izetbegovic-Regierung in Bosnien zu stützen”.

Einen vollständigen Überblick über diese Politik gibt der Untersuchungsbericht des niederländischen Armeeinstituts NIOD. Die 3 600 Seiten starke Studie, für die bis zu ihrer Veröffentlichung im Frühjahr 2002 über fünf Jahre lang 900 Zeugen befragt worden waren, konzentriert sich auf das Versagen der niederländischen UN-Blauhelme beim Fall der Schutzzone Srebrenica. Darüberhinaus enthält sie aber eine detaillierte Beschreibung von geheimen Operationen aller Bürgerkriegsparteien und der Großmächte in Bosnien. Dieses Kapitel ist – so der britische Guardian – “eine der sensationellsten Studien über westliche Geheimdienste, die je veröffentlicht worden ist”.

Verfasser dieses Kapitels ist Cees Wiebes, der ungehinderten Zugang zu den Akten des niederländischen Geheimdienstes hatte und auch die Dienste anderer westlicher Länder und Bosniens kontaktierte. “Da haben wir die ganze Geschichte der geheimen Allianz zwischen dem Pentagon und radikalen islamistischen Gruppen aus dem Mittleren Osten, die den bosnischen Muslimen beistehen sollten – einige davon dieselben Gruppen, die das Pentagon jetzt bekämpft.” Die verdeckte Kooperation habe das Ziel gehabt, das UN-Waffenembargo, das für alle bosnischen Kriegsparteien galt, einseitig zugunsten der Muslime zu unterlaufen.

Das Muster ist dasselbe wie beim Iran-Gate der achtziger Jahre, als CIA-Seilschaften mit den Mullahs bei der Aufrüstung mittelamerikanischer Contras zusammenarbeiteten. “Waffen, die vom Iran und von der Türkei mit finanzieller Hilfe aus Saudi-Arabien gekauft worden waren, trafen nachts aus dem Mittleren Osten ein. Anfänglich benutzte man Flugzeuge der Iran Air, aber als der Umfang zunahm, wurden sie unterstützt durch eine geheimnisvolle Flotte schwarzer Hercules C-130. Der Bericht betont, daß die USA in den Lufttransport ›sehr eng verwickelt‹ waren”, schreibt der Guardian.

Transitland war Kroatien, das als Provision “zwischen 20 und 50 Prozent” des Schmuggelgutes einbehielt und darüber hinaus “große Mengen illegaler Waffen aus Deutschland, Belgien und Argentinien” bekam. “Die deutschen Geheimdienste waren darüber voll im Bilde.” Auf amerikanischer Seite soll nicht die CIA, sondern der Geheimdienst des Pentagon die Aktion koordiniert haben. Mit seiner Hilfe wurden die UN, die bei der Überwachung des Embargos auf die US-amerikanische Luftaufklärung angewiesen waren, getäuscht.

Besonders aggressiv ging der Pentagon-Geheimdienst bei der Aufrüstung der Muslime in Srebrenica vor. “Die Waffen, die im Frühling 1995 eingeflogen wurden, tauchten vierzehn Tage später in der belagerten und entmilitarisierten Enklave von Srebrenica auf. Als diese Lieferungen bemerkt wurden, übten US-Amerikaner auf UNPROFOR Druck aus, Berichte umzuschreiben, und als norwegische Beamte wegen der Flüge protestierten, wurden sie angeblich zum Schweigen gebracht”, heißt es im Guardian.

Das schmutzige Bündnis

Höhepunkt der Zusammenarbeit der USA mit den Mudschaheddin war eine gemeinsame Offensive Ende August/Anfang September 1995. Zwei Wochen flogen US-amerikanische Bomber und Jagdflieger Angriffe auf serbische Stellungen und Gebiete, mehrere hundert serbische Zivilisten wurden getötet. Parallel zu den Bombardierungen begann eine Bodenoffensive der verbündeten muslimischen und kroatischen Verbände. Am Berg Ozren in der Nähe von Sarajevo, wo sich serbische Infanterie eingegraben hatte, fanden die schlimmsten Kämpfe statt. “Die Amerikaner und die Alliierten bildeten die Vorhut für die muslimische Infanterie. Zuerst wurden die Serben aus der Luft angegriffen, dann hat die muslimische Infanterie mit Tausenden von Mudschaheddin, darunter auch die Angehörigen der (Brigade) Mudschaheddin, den zahlenmäßig weitaus unterlegenen Serben den Garaus gemacht”, berichtete die bosnisch-serbische Zeitung Glas und fährt fort: “Bis heute hält die serbische Seite Angaben über die Zahl der Opfer zurück (…), es wird geschätzt, daß einige hundert serbische Soldaten allein bei diesem Angriff ums Leben gekommen sind.” Ein Kamerateam der Mudschaheddin-Einheit hat einen Propagandafilm über die Schlacht gedreht, der den Serben später in die Hände gefallen ist. “Islamistische Märsche und das Bild des enthaupteten serbischen Soldaten Gojko Vujicic …, dessen Kopf auf dem Boden rollt – und am Himmel NATO-Flugzeuge. Es wehen die saudiarabische Fahne des Dritten Zuges, dann die jemenitische und iranische Fahne des zweiten Zuges.”

Kein Wunder also, daß Politiker und Medien im Westen an einer Aufdeckung der bosnischen Vergangenheit der heutigen Selbstmordbomber kein Interesse haben: Dies würde die Öffentlichkeit darauf hinweisen, daß die NATO-Staaten und insbesondere die USA das terroristische Monster selbst gezeugt haben. Über diesen Zusammenhang wird zwar seit dem 11. September bisweilen diskutiert – aber ausschließlich in bezug auf die achtziger Jahre in Afghanistan. Die Zusammenarbeit zwischen Osama bin Laden und den USA in den neunziger Jahren in Bosnien ist hingegen tabu, da der ihr zugrundeliegende Topos – hier die unschuldigen Moslems, dort die teuflischen Serben – bis heute die Balkanpolitik des Westens bestimmt.

Quelle: www.jungewelt.de, 11. September 2004

http://www.zeitenschrift.com/news/sn-27904-binladen.ihtml

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18. Dezember 2010, Neue Zürcher Zeitung

Realpolitik im 27. Kanton
Die Empörung über die Schweizer Kosovo-Politik zeugt von einem kurzen Gedächtnis

Die Schweiz hat gegenüber Kosovo schon immer Interessen- und nicht Neutralitätspolitik betrieben. Wahrgenommen wurde aber vor allem die ideelle Dimension dieses Engagements.

Simon Gemperli
Mitglieder der heutigen Kosovo-Führungsriege haben Kriegsverbrechen begangen, möglicherweise auch mit Organen gehandelt, wie der Europarats-Berichterstatter Dick Marty behauptet. Für mehrere Parlamentarier ist dies Anlass, einen Kurswechsel in der um strittenen Kosovo-Politik zu fordern. Die einen wollen die Swisscoy-Soldaten abziehen, andere den Botschafter aus Pristina abberufen. SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli rief dazu auf, Kosovo die Unabhängigkeit wieder abzuerkennen – dies ist im Völkerrecht aber nicht vorgesehen.
Bundesrätin Micheline Calmy-Rey ist mit ihrer angeblichen «Nähe» zu Regierungschef Hashim Thaci in bester Gesellschaft. Von Richard Holbrooke bis Madeleine Albright, von Javier Solana bis Joseph Deiss kooperierte die halbe westliche Welt mit dem Rebellenchef – im Wissen, dass er kein Sonntagsschüler war.
Während des 78-tägigen Bombardements von 1999 strapazierte die Schweiz ihre Neutralität arg. Erstens hielt sie am Kriegsmaterialembargo gegen Ex-Jugoslawien fest, aber die Nato-Staaten durften mit Waffen beliefert werden. Zweitens bereitete das Verteidigungsdepartement unter Adolf Ogi schon während des Kriegs die Schweizer Beteiligung an der Kfor-Truppe der Nato vor. In der Kosovo-Frage war die Schweiz nie wirklich neutral.
Faktisch politisierte die Schweiz schon immer auf der Linie der USA. Washington wollte 1999 mit militärischen Mitteln einen weiteren Flächenbrand auf dem Balkan verhindern, Bern kämpfte gegen einen immer grösser werdenden Strom von Flüchtlingen. Diese gehen in der Regel dorthin, wo die Diaspora schon gross ist. Der Übername «27. Kanton» ist zahlenmässig angebracht; über 200 000 Kosovaren leben mittlerweile hier. Überspitzt ausgedrückt: Die Schweiz ritzte im Krieg die Neutralität und anerkannte Kosovo später, weil die Schweizer Landwirte dort in den 1960er Jahren Tausende von Arbeitskräften rekrutiert hatten.
Die amerikanischen und die schweizerischen Interessen blieben auch später deckungsgleich. Die Frage der Unabhängigkeit Kosovos, die 2005 virulent wurde, war weder eine ideelle noch eine akademische. Beide Regierungen waren zum Schluss gekommen, dass sich unter der Uno-Verwaltung die Situation laufend verschlechtere. Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen erleichterte die Erledigung bilateraler Probleme, vorab im Migrationsbereich. Die USA wiederum können seit der Unabhängigkeit 2008 noch ungehinderter Einfluss auf die kosovarische Führung nehmen.
Aussenministerin Calmy-Rey hat mit ihrem Einsatz für die Unabhängigkeit eine langjährige Politik des Bundesrats fortgesetzt, dabei aber manchmal übersteuert. Der Besuch einer albanischen Messe, die Einweihung einer Gedenktafel oder die Verleihung eines Diaspora-Preises (die für Dienstag geplante Entgegennahme wurde verschoben) gehen vielen serbischstämmigen Mitbürgern zu weit. Den Vorwurf, auf einem Auge blind zu sein, weist das EDA aber zurück. Unter anderem habe die Schweiz der Rechtsstaat-Mission der EU in Kosovo 14 Experten zu Verfügung gestellt, die auch Kriegsverbrechen untersuchen würden.

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/realpolitik_im_27_kanton_1.8729336.html

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http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/thaci_klagt_gegen_marty_1.8706547.html

16. Dezember 2010, 15:23, NZZ Online

Ermittlungen gegen Kosovo-

Führung verlangt

Rechtsausschuss des Europarats unterstützt

Vorgehen gegen Thaci

Der Rechtsausschuss des Europarats fordert «nationale und internationale Ermittlungen» gegen den Regierungschef von Kosovo, Hashim Thaci.

In einem Bericht wurde er als Boss einer Mörder- und Verbrecherbande angeprangert.

(sda) Nach der Publikation des Berichts des Europaratsermittlers Dick Marty zu illegalem Organhandel im Kosovo hat der Rechtsausschuss des Europarats rechtliche Schritte gefordert. Es müsse «eine Reihe von nationalen und internationalen Ermittlungen» eingeleitet werden, verlangt der Ausschuss in einer Resolution.

Die schweren Vorwürfe zur «Zusammenarbeit krimineller Gruppen und politischer Kreise» beim Organhandel, dem Verschwindenlassen von Personen und der Korruption müssten rechtlich aufgeklärt werden, forderten die Europarats-Abgeordneten am Donnerstag in der einstimmig verfassten Resolution.

Der Ausschuss forderte insbesondere die EU-Justizmission in Kosovo (Eulex) auf, ihre Untersuchungen zu den Verbrechen beharrlich fortzusetzen. Die EU-Staaten sollten dafür die nötigen Ressourcen und politische Unterstützung zur Verfügung stellen. Auch die Justizbehörden in Serbien, Albanien und dem Kosovo müssten in allen Ermittlungen «voll zusammenarbeiten». Der Bericht soll am 25. Januar 2011 bei der nächsten Plenarsitzung der Parlamentarischen Versammlung des Europarats angenommen werden.

Thaci klagt gegen Marty

Kosovos Ministerpräsident Hashim Thaci hat rechtliche Schritte gegen Dick Marty, den Sonderberichterstatter des Europarats, angekündigt. Der Schweizer Parlamentarier hatte Thaci in einem Bericht als Kopf einer kriminellen Vereinigung mit Engagement im illegalen Organhandel beschuldigt.

Nach Angaben eines Gewährsmannes der kosovarischen Regierung vom Donnerstag kontaktierte Thaci bereits Anwälte, um gegen Marty vorzugehen. Auch überlege Thaci, die britische Tageszeitung «The Guardian», die den Bericht als Erste publik machte, zu verklagen. Thaci war der politische Kopf der UCK, die während des Krieges gegen serbische Einheiten kämpfte. Die Partei PDK des Ministerpräsidenten gewann am Sonntag die ersten Wahlen im Kosovo seit der Unabhängigkeit von Serbien 2008.

Anzeige:

Marty führte seit 2009 die Ermittlungen in Kosovo und im angrenzendem Albanien. Er fand laut dem Bericht heraus, dass es in Albanien mehrere Einrichtungen gab, in denen Serben, aber auch kosovo-albanische Gegner der UCK nach Ende des Krieges 1999 festgehalten wurden. Manche von ihnen sollen hingerichtet worden sein, um ihnen die Organe zu entnehmen.

Die EU-Justizmission in Kosovo rief am Mittwoch Zeugen auf, sich zu melden. Marty wollte sich im Verlauf des Nachmittags in Paris an einer Medienkonferenz zu dem Bericht äussern.

Del Ponte fordert Strafuntersuchung

Die ehemalige Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofs für Ex-Jugoslawien, Carla Del Ponte, heute Schweizer Botschafterin in Buenos Aires, äusserte in einem Interview Genugtuung über den Bericht Martys. Sie verlangt eine sofortige Strafuntersuchung gegen den kreis der Verdächtigen um Thaci. Sie rief die Europäische Union, die Vereinigten Staaten und alle beteiligten Länder auf, die nötige politische Unterstützung zu leisten und das nötige Material zur Verfügung zu stellen, damit eine Strafuntersuchung zu den Anschuldigungen zustande komme.

«Im Frühling 2008 habe ich die Aufmerksamkeit auf glaubwürdige Berichte über die Entführungen und das Verschwinden von Personen im Kosovo von 1999 gezogen, die das ITCY-Büros erhalten hatte. Es sind die Anklagen, die ich in meinem Buch erhoben habe und die zur Untersuchung durch den Europarat geführt haben», sagte Del Ponte in einem Gespräch mit swissinfo.ch.

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16.12.2010 / Ansichten / Seite 8

Mafiastaat

Thaci ein gemeiner Verbrecher?

Von Werner Pirker
Die selbsternannte Republik Kosovo ist ein Mafiastaat. Das wissen nicht nur die Gegner dieses illegalen Gebildes, sondern auch dessen Befürworter. Daß die organisierte Kriminalität die Staatsmacht am Amselfeld ausübt, ist eine kaum noch bestrittene Tatsache. Daß die aus den UCK-Strukturen hervorgegangenen Gangsterbanden vor keinem noch so scheußlichen Verbrechen zurückschrecken, hat sich ebenfalls schon herumgesprochen. Daß auch der Organhandel in den Geschäftsbereich der Unabhängigkeitspaten fällt, war schon seit langem vermutet worden. Nun hat der Schweizer Europaratsabgeordnete Dick Marty einen Bericht vorgelegt, in dem der kosovo-albanische Premier Hashim Thaci und weitere frühere UCK-Feldkommandeure beschuldigt werden, am Handel mit Organen serbischer Gefangener sowie an Auftragsmorden und anderen Verbrechen beteiligt gewesen zu sein.
 
Welch eine Republik da heranwächst, war bereits unmittelbar nach dem NATO-Bombenkrieg gegen Jugoslawien zu erkennen gewesen, als die UCK den Abzug der serbischen Sicherheitskräfte dazu nutzte, wüste Pogrome gegen Serben und andere ethnische Minderheiten zu entfesseln. Zehntausende wurden drangsaliert und vertrieben, viele ermordet. Das Albanisierungsprogramm beinhaltete auch die Zerstörung unzähliger serbischer Kulturdenkmäler. Die KFOR-Truppen, die ihre Aufgabe wohl in der Verhinderung eines »serbischen Völkermordes an den Albanern« sahen, beobachteten dann auch entsprechend entspannt das mörderische Treiben der albanischen Mehrheitsbevölkerung gegen die Minderheiten.
 
Hashim Thaci, der brutale Boß des Drenica-Clans, und nicht der urbane Schöngeist Ibrahim Rugova war in Rambouillet von der antiserbischen Kriegsallianz zum Chefalbaner ausersehen worden. Vom bewaffneten Dorflumpen zum Staatsmann. Ein Bandit ist Thaci indes immer geblieben.
Daß sich im zurückgebliebensten Winkel des Balkans der Kampf um die Neuverteilung des Eigentums auf wenig zivilisierte Weise abspielen würde, war vorhersehbar. Auch daß die Clanstrukturen sich zu Ma­fiastrukturen auswachsen würde. Hashim Thaci wird von Marty, einem früheren Staatsanwalt, als Chef einer »kleinen, aber unvorstellbar mächtigen Gruppe von UCK-Mitgliedern« bezeichnet, die seit 1998 die organisierte Kriminalität unter ihre Kontrolle gebracht habe. Die Hauptantriebskraft des bewaffneten Sezessionskampfes der Kosovo-Albaner war somit die kriminelle Energie. Es ging um die Aneignung des verselbständigten Gesellschaftseigentums. Hinter schwülstiger nationalistischer Romantik verbirgt sich nackter, in jeder Hinsicht krimineller Eigennutz. Das war der Grund, warum Thaci und Kumpane zu keiner anderen Lösung als der vollständigen Unabhängigkeit von Serbien bereit waren, obwohl der Kosovo-Bevölkerung von Belgrad ein äußerst großzügiges Autonomieangebot gemacht wurde. Das wiederum war der Grund, warum die Aggressionsgemeinschaft auf die Thacis setzte. Mit denen aber immer weniger Staat zu machen ist.

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 15. Dezember 2010, 12:39, NZZ Online

Kosovo-Regierungschef als

Organhändler unter Verdacht

Hashim Thaci in schiefem Licht –

Kriegsverbrechen oder Schauermär?

 

Hashim Thaci, Regierungschef von Kosovo, soll auch der oberste Mafia-Boss seines Landes sein und unter anderem verwickelt in den Handel mit Nieren von ermordeten Serben. Diesen Vorwurf erhebt Dick Marty in einem Bericht. Beweise liefert er nicht.

Andres Wysling

Man weiss nicht, ist es wahr oder erfunden; beides ist möglich. Die schauerliche Geschichte ist nicht neu und weiterhin nicht bewiesen. Behauptet wird: Serbische Gefangene seien aus Kosovo nach Albanien gebracht – in ein ominöses «gelbes Haus» nahe dem Flughafen von Tirana – und dort getötet worden zum Zweck, ihnen die Nieren herauszuschneiden und diese auf dem internationalen Organschwarzmarkt per Flugzeug zu verkaufen. Diese Vorfälle hätten sich im Sommer 1999 ereignet, nach dem Abzug der serbischen Truppen aus der damaligen serbischen Provinz.

Auf solche Vorgänge hat zuerst Carla del Ponte aufmerksam gemacht, die frühere Chefanklägerin am Haager Kriegsverbrechertribunal, in ihrem Buch «Die Jagd – Ich und die Kriegsverbrecher» (2008). Ihre Enthüllungen wurden damals aber von ihrem Amtsnachfolger in Den Haag, Serge Brammertz, umgehend in Abrede gestellt.

Anzeige:

Indizien, aber keine Beweise

Jetzt greift Ständerat Dick Marty das Thema wieder auf, als Berichterstatter für Menschenrechte des Europarats. Er nennt in seinem Bericht ausdrücklich den Regierungschef von Kosovo, Hashim Thaci, als obersten Chef einer «Mafia-ähnlichen» Organisation, der sogenannten Drenica-Gruppe, die diesen illegalen Organhandel betrieben habe. Der Bericht sollte am Donnerstag offiziell veröffentlicht werden. Er wurde voraus an verschiedene Medien weitergereicht, unter anderem an den «Blick», und ist jetzt vorzeitig auf dem Webportal des Europarats greifbar.

Video: Kosovo: Regierungschef Thaci angeblich in «mafiöse Machenschaften» verwickelt

(Reuters)

Beweise für ihre Vorwürfe können weder Del Ponte noch Marty beibringen; sie stützen sich nur auf Indizien beziehungsweise auf nicht wirklich hieb- und stichfeste Angaben von Zeugen. Aus Kreisen des Haager Tribunals verlautete schon früher, die Anklagebehörde habe Untersuchungen geführt, dabei aber keine gerichtstauglichen Beweise gefunden; mögliche Zeugen hätten keine Aussagen gemacht. Darum habe die Untersuchung wegen Organhandels eingestellt werden müssen.

Marty bestätigt das in seinem Bericht. Er führt das Schweigen der Zeugen auf ein «tiefsitzendes Loyalitätsgefühl gegenüber den eigenen Stammesangehörigen» und den geltenden Ehrenkodex zurück. Darum habe sein Untersuchungsteam auf Audio- und Videoaufzeichnungen von Zeugen zurückgreifen müssen. Diese stammten von Polizeibeamten, Wissenschaftlern und Journalisten. Aus unterschiedlichen Quellen kämen so übereinstimmende Informationen zusammen. Marty hält sie offenbar für zuverlässig genug, um schwerwiegende Vorwürfe gegen Thaci und seine Entourage zu erheben.

Juristische Prinzipien «geopfert»

Marty will mit seinem Bericht den Druck auf die zuständigen Justizorgane erhöhen, auch Kriegsverbrechen eindringlicher zu untersuchen, die von kosovo-albanischer Seite begangen wurden. Er zeigt sich überzeugt – und vermutlich hat er recht damit – dass hier zu lange zu wenig unternommen wurde. Wörtlich schreibt Marty: «Die internationalen Organisationen in Kosovo zogen ein pragmatisches politisches Vorgehen vor. Sie fanden, sie müssten um jeden Preis kurzfristige Stabilität herbeiführen. Dabei opferten sie einige wichtige juristische Prinzipien.»

Der Bericht kommt für Thaci zu einem kritischen Zeitpunkt: Der bisherige Ministerpräsident Kosovos hat sich soeben als Wahlsieger ausrufen lassen und soll jetzt eine neue Regierung bilden. Zudem hat in Pristina, der Hauptstadt von Kosovo, soeben das Verfahren gegen die Angeklagten im Fall «Medicus» begonnen. Auch da geht es um illegalen Organhandel, aber aus jüngerer Zeit. Unterstellt wird damit eine Kontinuität solcher krimineller Aktivitäten von den Kriegszeiten bis heute. 

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/kosovo-regierungschef_als_mafiaboss_und_organhaendler_thaci_marty_1.8687388.html

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 Die furchtbaren Details aus dem Bericht zum Kosovo-Krieg

«Schweizer» Mafiaboss in

Organhandel verwickelt!

Hashim Thaci, ehemaliger Student in der Schweiz und jetzt der starke Mann von Kosovo, soll in Organhandel verwickelt gewesen sein!

Von Henry Habegger | Aktualisiert um 11:01 | 15.12.2010

Am Sonntag hat Regierungschef Hashim Thaci (42) die Parlamentswahlen im Kosovo gewonnen.

Aber jetzt wird der ehemalige Führer der Kosovo-Befreiungsarmee UCK von seiner blutigen Vergangenheit eingeholt. FDP-Ständerat Dick Marty kommt in einem BLICK vorliegenden Untersuchungsbericht zum Schluss: Thaci war Kopf einer mafiösen UCK-Struktur, die in zahllose systematische Verbrechen wie Drogen- und Waffenschmuggel, Prostitution, Menschenhandel, Folterungen, Tötungen und Organhandel verwickelt war.

2008 hatte die ehemalige Schweizer Bundesanwältin und Chefanklägerin des Kriegsverbrechertribunals in Den Haag, Carla Del Ponte, in einem Buch behauptet: Die UCK habe rund 300 Serben nach Nordalbanien verschleppt und ihnen vor ihrem Tod Organe entnommen. Der Europarat beauftragte Marty, die Vorwürfe zu untersuchen.

Martys Bericht zeigt: Del Ponte hatte recht. Aber alles ist noch viel schlimmer. Die UCK verschleppte nicht nur Serben. Sondern auch Kosovo-Albaner, die als Kollaborateure galten oder sonst im Weg waren.

Nach langen, gefährlichen Recherchen und Zeugenbefragungen zeigt Marty auf, wie der Organhandel lief. Als einen der Tatorte identifiziert er ein zweistöckiges Haus auf einem Bauernbetrieb in der Nähe der mittelalbanischen Stadt Fushe-Kruja. Marty spricht von einer «Handvoll» Gefangener, «die dorthin verbracht wurden, bevor sie getötet wurden und man ihnen in einer improvisierten Klinik die Nieren entnahm».

Im Unterschied zu anderen UCK-Gefangenen seien diese Opfer gut genährt und verhältnismässig gut behandelt worden. Einige der Opfer sollen ihre Henker angefleht haben, sie «nicht in Stücke zu schneiden». Aber irgendwann wurden sie einzeln nach draussen geführt und von einem UCK-Mann erschossen. Ihre Körper seien rasch in die improvisierte Klinik gebracht worden, wo Chirurgen sie zerlegten.

In Behältern seien die Organe auf den Flughafen im nahen Tirana gebracht worden. Abnehmer sollen sich nach unbestätigten Berichten in Israel oder der Türkei befunden haben.

Der ehemalige Mafia-Jäger Marty nennt auch Verantwortliche. Im Zentrum der Verbrechen stünden UCK-Chefs, die sich selbst die «Gruppe von Drenica» nannten. Anführer war laut Marty-Bericht kein Geringerer als der heutige starke Mann im Kosovo, Hashim Thaci, der einst in der Schweiz Politik studiert hat. Der Organhandel war demnach nur eine von diversen Einnahmequellen. Die UCK-Fürsten sollen sich auch persönlich bereichert haben.

Erschreckend ist auch: Was Marty ans Licht bringt, war Geheimdiensten und Regierungen aus aller Welt bekannt. Aber sie zogen niemanden zur Rechenschaft. Ihr Motto war laut Marty-Bericht: «Stabilität und Frieden um jeden Preis».

Marty wollte gegenüber BLICK keine Stellung zum Bericht nehmen. Das Dokument soll am Donnerstag in Paris veröffentlicht werden. 

Hashim Thaci

UCK nutzte Chaos nach Kosovo-Krieg

Die von Dick Marty untersuchten Gräuel geschahen vorab in der Periode Juni 1999 bis Sommer 2000: Unmittelbar nach dem Kosovo-Krieg vom März bis Juni 1999. In dessen Verlauf bombardierte die Nato Jugosla­wien, den Bodenkampf überliess sie der Befreiungsarmee UCK. Nach Kriegsende nutzte diese das Chaos im Kosovo und Nordalbanien, um ihre mafiösen Strukturen aufzuziehen: Die Serben waren weg, die Friedens­truppe Kfor war erst im Aufbau. 

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http://www.forumaugsburg.de/s_3themen/Suedosteuropa/070813_civikov/index.html‏

Veranstaltung „Der Milosevic-Prozess. Bericht eines Beobachters“ mit Germinal Civikov, Journalist und Autor des gleichnamigen Buches am 15.06. 2007 19.00 Uhr im Bürgerhaus Pfersee, Stadtberger Str.17Germinal Civikov beobachtete von Beginn an den Prozess gegen Slobodan Milosevic als Journalist im Gerichtsgebäude von Den Haag. In seinem Buch berichtet er vom Verlauf und Wesen des Verfahrens, wie er es erlebt hat. Die Beweisführung der Anklage erfuhr ein komplettes Fiasko. Das Unterfangen erwies sich als politischer Schauprozess, in dem Richter und Ankläger in ihren Rollen oft nicht zu unterscheiden waren.Die kurze Einführung des Autors machte deutlich, was dieses Tribunal für die Weltöffentlichkeit bedeutet: für die Installierung eines Internationalen Strafgerichtshofes als Pendant zum bereits bestehenden Internationalen Gerichtshof der Uno (IGH) fehlte es damals an der der notwendigen Legitimation durch die UNO. Der Sicherheitsrat der UNO richtete deshalb erst mal probeweise – und beschränkt auf Jugoslawien – ein Tribunal in Den Haag ein, vor dem hohe Politiker und Militärs belangt werden können sollen. Das Beweismodell „joint criminal enterprise“ kam damit auf den Prüfstand – wer die Kommandoverantwortung hat, soll sich als „Mitglied einer kriminellen Vereinigung“ verantworten müssen.So begrüßenswert es ist, eine Instanz zu schaffen, die nicht nur die Klage von Staaten gegen Staaten zulässt – wie der Internationale Gerichtshof – so kritisch muss die Arbeitsweise dieses „Tribunals“ betrachtet werden. Wenn es sich herausstellt, dass das einzige Ziel offensichtlich nur darin besteht, die Kriegseinsätze einer imperialistischen Staatengemeinschaft im Nachhinein auch noch juristisch zu rechtfertigen, wird der Wunsch nach Entschädigung der Opfer und Anklage der eigentlichen Drahtzieher sowie öffentlich-Machen ihrer Kriegsziele nicht erfüllt.

Neue „Prozessführungsmöglichkeiten“ wie z.B. das Programm „geschützte Zeugen“ und Nichtanklage namentlich bekannter und feststellbarer Beteiligter führen mit Sicherheit nicht zur Wahrheitsfindung sondern eher zu Denunziation. Die „Win“situation ist eher eine finanzielle private bei den sogenannten „Zeugen“ und nicht eine aufklärerische für die Öffentlichkeit.Auch die Finanzierung des „Tribunals“ selbst gibt zu denken. Warum sollten Richter und Chefankläger gerne auf ein jährliches Salär von einer Mio. Euro Netto verzichten? Solange die Hälfte der Bezahlung durch Industrieverbände und private Stiftungen, wie die bereits bekannte „open society“ von George Soros erfolgt, stellt sich die Frage: für wen arbeiten die eigentlich? Ob allein die Zustimmung der UNO-Vollversammlung für die andere Hälfte der Finanzierung als „Legitimation“ ausreicht?Wenn man die Befragungsmethoden des britischen Chefanklägers Sir Geoffrey Nice verfolgt, muss man leider feststellen, dass dieser die Glaubwürdigkeit der Zeugen offensichtlich von deren Herkunft ableitet – ob eine „ethnische“ Einordnung auch zum neuen Prozessführungsrichtlinienprogramm gehört?In der spannenden Diskussion mit den gut informierten VeranstaltungsteilnehmerInnen wurden noch viele Punkte angesprochen und konnten, soweit es in der Kürze der Zeit möglich war, auch geklärt werden.

Wichtig erscheint die Frage, ob das Tribunal nicht doch als „Chance“ begriffen werden könne, die persönliche Haftbarmachung von Politikern und Militärs wäre doch sehr fortschrittlich. Hierzu führte der Referent aus: Milosevic habe verlangt, dass der IGH über die Legitimität des Tribunals entscheidet – der Antrag wurde abgelehnt. Die Gerichtshöfe sollten nach Ansicht Civikovs national bleiben – Übersetzungen enthielten zumeist Unkorrektheiten (absichtliche oder unabsichtliche), dies sei in diesem Prozess gegen Slobodan Milosevic des Öfteren deutlich geworden. Die sogenannten „geschützten Zeugen“ (Videoeinspielungen mit nicht erkennbaren Gesichtern und verzerrten Stimmen) führten zu einer „Nichtöffentlichkeit“ im Strafprozess – einem Strafrecht im „Reagenzglas“.

Kriege seien heute als „humanitäre Missionen“ legitimiert, angeblich zur Verhinderung eines Massenmords. So muss der Tod vieler Menschen in Srebrenica immer noch als Begründung für den Milosevic-Prozess herhalten, obwohl inzwischen genügend Erkenntnisse vorliegen, dass die Berichterstattung der Inlandspresse so nicht stimmt – also auch die Schlagzeilen der örtlichen „Augsburger Allgemeinen“ eher auf die Anweisung der Chefredaktion zurückzuführen sind als auf die Recherchen der Redakteure (näheres hierzu auf unserer Webseite: http://www.forumaugsburg.de/s_3themen/Europa/060329_milosevic/artikel.pdf )Elli FranaUnbedingt lesenswert:

Germinal Civikov: „Der Milosevic-Prozess. Bericht eines Beobachters.“ – Promedia Druck- und Verlagsgesellschaft m.b.H., Wien 2006.Des weiteren zum Thema erschienen: John Laughland: „Travesty – The Trial of Slobodan Milosevic and the Corruption of International Justice”, mit einem Vorwort von Ramsey Clark. Pluto Press, London 2007, 214 Seiten, 22 Euro, ISBN 0-7453-2635-8

 

Der Prozess gegen Slobodan Milošević vor dem so genannten „UN-Kriegsverbrechertribunal“ (International

Criminal Tribunal for the former Yugolavia, abgekürzt ICTY) in Den Haag wurde zunächst von den Massenmedien als „Jahrhundertprozess“ angekündigt bzw. zu diesem hochstilisiert. Mit zunehmender Dauer des Prozesses wurde dann immer seltener „berichtet“, denn es lief alles andere als gut für den Westen: Slobodan Milošević schwang sich zum Ankläger der NATO-Staaten auf – mit Erfolg: nicht nur eigene Zeugen (also Zeugen der Verteidigung), sondern auch Zeugen der Anklage entlasteten ihn ganz erheblich und entlarvten so die antiserbische Propaganda des Westens und ganz besonders Deutschlands und der USA als reinste Lügenpropaganda. Auch wurde während des Prozesses deutlich, dass einige Zeugen von westlichen oder prowestlichen Kräften vorher präpariert wurden.Slobodan Milošević ist es also gelungen, sich selbst zu entlasten und den Westen bzw. die NATO-Staaten zu belasten. Auch deshalb gab es schon lange vor dem 11.03.2006, als Slobodan Milošević tot in seiner Zelle aufgefunden wurde, Stimmen, die den Verdacht äußerten, das Tribunal und seine Helfer könnten es auf genau diese „biologische Lösung“ anlegen, die dann ja auch tatsächlich eingetreten ist. Auch gibt es eine Fülle von Indizien, die darauf hindeuten, dass Miloševićs Tod in der Tat gezielt herbeigeführt wurde.Die Familie von Slobodan Milošević und das internationale Solidaritätskomitee ICDSM (International Committee to Defend Slobodan Milošević – Internationales Komitee für die Verteidigung von Slobodan Milošević, siehe http://www.free-slobo.de/) fordern nun eine unparteiische Untersuchung und rückhaltlose Aufklärung der Umstände, die zum Tod des jugoslawischen Ex-Präsidenten geführt hatten. Dies geht aus einer – sehr informativen – Erklärung des ICDSM vom 22.06.2007 hervor, die bezeichnender Weise mit „Keine Aufklärung des Todes von Slobodan Milošević: xy-ungelöst – Natürliche Todesursache? – Unterlassene Hilfeleistung? – Heimtückischer Mord?“ überschrieben ist und die im Internet unter http://www.free-slobo.de/notes/0706.pdf veröffentlicht ist.Für dieses Vorhaben sind nach Aussage des ICDSM, zu dessen Unterstützern in Deutschland u.a. der ehemalige DDR-Botschafter in Jugoslawien Ralph Hartmann, der Antifaschist Lorenz Knorr und der Schauspieler Rolf Becker zählen, juristische Anstrengungen auf internationaler und nationaler Ebene notwendig, die einen erheblichen finanziellen Aufwand erfordern. Daher wird um Spenden auf das folgende Konto gebeten:Spendenkonto: Vereinigung für Internationale Solidarität (VIS) e.V.

Bankverbindung: Swiss Post Postfinance, CH-3030 Bern

BIC (SWIFT): POFICHBE, IBAN: CH35 0900 0000 9198 2587 8Am Ende der ICDSM-Erklärung heißt es – gewissermaßen als Spendenmotivation – sehr treffend:„Mit der – bis heute anhaltenden – Zerstörung Jugoslawiens begann die Serie  der  „neuen Weltordnungskriege“, die immer weiter eskaliert. Wer  nicht will, dass die NATO triumphiert, wer  nicht will, dass die Aggressoren die Geschichte schreiben, der sollte ein Interesse an der Aufklärung  der mysteriösen Todesumstände des früheren serbischen und jugoslawischen Präsidenten haben.“

  Protest des ICDSM (International Committee to Defend Slobodan Milošević – Internationales Komitee für die Verteidigung von Slobodan Milošević ) am 14. März 2006 vor dem Tribunalsgebäude in Den HaagBildquelle: http://www.free-slobo.de/

 

 

Die Lügen über die Balkankriege wurden im Laufe der Zeit immer stärker zu Tage gefördert, auch wenn diese bis heute im wesentlichen wohl nur einem speziellen Fachpublikum bekannt sind. Wenn es am Milošević-Prozess etwas Positives gibt, dann ist es sicherlich die Tatsache, dass eben diese Lügen dadurch auch juristisch aufgearbeitet worden sind und es ist fraglos das ganz große Verdienst von Germinal Civikov, dies auch literarisch festgehalten zu haben, denn die Mainstreampresse schweigt darüber bis heute bzw. verdreht auch weiterhin dreist die Tatsaschen. Allen, die auf der Suche nach der Wahrheit fündig werden wollen, kann das folgende sehr verdienstvolle Buch Germinal Civikovs nur wärmstens empfohlen werden:

 

 Germinal Civikov:

„Der Milošević-Prozess. Bericht eines Beobachters.“ – Promedia Druck- und Verlagsgesellschaft m.b.H., Wien 2006.

Germinal Civikov wurde 1945 in der bulgarischen Donaustadt Russe geboren und lebt seit 1975 in den Niederlanden. Er studierte in Sofia und Leiden Germanistik und Slawistik und war bis 2004 Redakteur bei der Südosteuropa-Redaktion der „Deutschen Welle“. Seine kritischen Beobachtungen zum Milošević-Prozess veröffentlichte der Autor ab 2002 in zahlreichen Artikeln für niederländische, deutsche und bulgarische Zeitungen. 2004 war er an dem zweiteiligen Dokumentarfilm „Der Fall Milošević“ beteiligt, den der Regisseur Jos de Putter, der zu den führenden niederländischen Filmemachern gehört, für das niederländische Fernsehen drehte und der dort mehrmals zu sehen war.

Germinal Civikov beobachtete von Beginn an den Prozess gegen Slobodan Milošević als Journalist im Gerichtsgebäude von Den Haag. In seinem Buch berichtet er vom Verlauf und Wesen des Verfahrens, wie er es erlebt hat. Die Beweisführung der Anklage erfuhr ein komplettes Fiasko. Das Unterfangen erwies sich als politischer Schauprozess, in dem Richter und Ankläger in ihren Rollen oft nicht zu unterscheiden waren. Dafür liefert sein Buch eine Fülle – um nicht zu sagen: eine Flut – von stichhaltigen und überprüfbaren Belegen.

 

Germinal Civikov, Author

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http://www.srebrenica-facts.com/einleitung

Einleitung

Es ist ein „offenes Geheimnis“, dass die westlichen Massenmedien während der Kriege im ehemaligen Jugoslawien jahrelang Fakten verdreht und zurückgehalten und massive Manipulationen betrieben haben. Der sogenannte Durchschnittskonsument der besagten Medien mag davon vielleicht kaum etwas bis nichts mitgekriegt haben, da die Medien verständlicherweise nicht über die eigenen Machenschaften berichten. Dafür bieten sich den etwas kritischeren Zeitgenossen viele Möglichkeiten, sich an anderer Stelle über das Ausmass dieser medialen Betrüge detailliert zu informieren.

Zahlreiche investigative Journalisten, Publizisten, Politikinsider usw. haben während der letzten Jahre diverse Bücher und Analysen veröffentlicht, in denen viele Beispiele der westlichen Medienmanipulationen während der ex-jugoslawischen Kriege zu finden sind.

So ist es z.B. Prof. J. Peter Maher aus Chicago zu verdanken, dass die Geschichte vom „zerstörten Dubrovnik“ ins Reich der Märchen verwiesen werden konnte. Prof. Maher reiste nach der „Zerstörung“ der Stadt dorthin und konnte feststellen, dass die Altstadt praktisch völlig in Takt war. Mit angezündeten Ölfässern und von den Nachrichten eingeblendeten Bildern zerstörter Städte aus anderen Kriegsgebieten hatte man ein verwüstetes Dubrovnik vorzutäuschen versucht. Das einzig völlig zerstörte Gebäude in der Stadt – so Maher – war die serbisch-orthodoxe Kirche, die von Einheimischen in Brand gesetzt wurde. Glücklicherweise filmte Prof. Maher die unbeschädigte Stadt, worauf er auch in einem Leserbrief an die englische Zeitung The Guardian aufmerksam machte. Zudem wollte Maher den Film auch während des Prozesses gegen Slobodan Milošević in Den Haag als Entlastungszeuge vorführen, doch dann starb Milošević bekanntermassen unter seltsamen Umständen.

Journalisten wie die Britin Nora Beloff, der US-Amerikaner Arnold Sherman und der Österreicher Hannes Hofbauer berichteten in ihren Jugoslawienbüchern einstimmig darüber, dass die serbischen Bewohner von Vukovar, lange vor der Intervention der jugoslawischen Bundesarmee, von kroatischen Paramilitärs terrorisiert, verfolgt und vertrieben wurden. Diese Journalisten schrieben darüber, dass in Vukovar Hunderte Serben, Sherman schätzt gar bis zu eintausend, den kroatischen Truppen zum Opfer fielen. Opfer, für die sich bis zum heutigen Tage kaum jemand interessiert.

Ähnliches war im Fall von Sarajevo zu beobachten. Die Medien berichteten jahrelang, Sarajevo sei eine von serbischen Truppen belagerte Stadt, in die blindwütig und wahllos hineingeschossen würde. Verschwiegen wurde jedoch, dass der Konflikt um die Stadt ausbrach nachdem moslemische Fanatiker am 1. März 1992 einen Terroranschlag auf eine serbische Hochzeitsgesellschaft verübt hatten, während dem der Vater des Bräutigams, Nikola Gardović, getötet und der Priester, Radenko Miković, schwer verletzt wurden. Ebenfalls wurde verschwiegen, dass Sarajevo nach Ausbruch der Kämpfe zur geteilten Stadt wurde. Die serbischen Stadteile und Vororte, wie z.B. Dobrinja, Iliaš, Grbavica, Lukavica, Vogošća usw. wurden von der moslemischen Armee jahrelang bombardiert. Der US-amerikanische Journalist Peter Brock informierte in seinem Buch Bei Andruck Mord – die deutsche Propaganda und der Jugoslawienkrieg darüber, dass auf Sarajevo aus moslemischen Stellungen zeitweise mehr Bomben, Raketen und Granaten fielen als aus serbischen. Der weiter oben erwähnte Arnold Sherman hielt sich eine gewisse Zeit in diesen serbischen Stadtteilen auf und berichtete über das moslemische Dauerbombardement. Auch in Klaus Bittermanns Buch Serbien muss sterbien findet man brisante Informationen über den anderen Teil der Kriegsgeschichte Sarajevos, die dem Konsumenten von der „renommierten“ Presse bis heute vorenthalten werden. Serbische Institutionen haben bisher die Namen von insgesamt 6500 Serben gesammelt, die in Sarajevo während des Krieges umgekommen sind (http://www.serb-victims.org/).

Eine weitere Aufdeckung einer medialen Manipulation während der Kriege im ehemaligen Jugoslawien ist dem deutschen Journalisten Thomas Deichmann zu verdanken. Deichmann, der Chefredakteur des deutschen Politikmagazins NOVO ist, fand nach eigenen Recherchen heraus, dass es sich beim Bild eines abgemagerten moslemischen Mannes in einem „serbischen Konzentrationslager“ in Trnopolje, das damals um die Welt ging, um eine Bildmanipulation einer Reporterin handelt, die für einen britischen Mediengigant arbeitete. Auf der Homepage http://www.emperors-clothes.com/ ist ein Film zu bestellen, in dem die Wahrheit über das „KZ“ gezeigt wird.

Nicht minder grossen Schaden richteten die damaligen Medienberichte an wonach Truppen der bosnischen Serben Zehntausende moslemische Frauen massenvergewaltigt hätten. Diese Unterstellungen hatten die Medien, ohne diese auf den Wahrheitsgehalt zu überprüfen, von der damaligen moslemischen Regierung übernommen und millionenfach verbreitet. Interessanterweise gibt es praktisch nur eine einzige Person, die diese Horrormeldungen hinterfragt und nachrecherchiert hat. Es handelt sich um den früheren Stern TV-Mitarbeiter Martin Lettmayer. Nach längeren Recherchen im Balkan fand Lettmayer heraus, dass etwas mehr als 100 Vergewaltigungen dokumentiert wurden. Man vergleiche das mit der ursprünglich propagierten Zahl von bis zu 60′000. Die Ergebnisse seiner Recherchen veröffentlichte Martin Lettmayer in der Weltwoche und in Konkret.

Als nächstes erinnere man sich daran, dass die Massenmedien damals behaupteten, den Krieg in Bosnien hätten die Serben entfacht. Tatsächlich jedoch waren die ersten Opfer von Mordanschlägen und Massakern Serben. So z.B. Der bereits erwähnte Nikola Gardović, der am 1. März 1992 in Sarajevo ermordet wurde. Die ersten Massaker in Bosnien wurden Ende März – also kurz vor dem offiziellen Beginn des Krieges – verübt. Und zwar am 25. März 1992 in Bosanski Brod und am 26/27 März 1992 in Sijekovac. Die Opfer: serbische Zivilisten. Die Namenslisten und Fotografien der Opfer befinden sich im Besitz des Autors. Ein wahrlich seltsamer „serbischer Aggressionskrieg“, während dem die ersten Opfer Serben gewesen sind.

Eine der massivsten Kriegslügen bestand aus der Behauptung, in Bosnien seien während des Krieges zwischen 250′000 und 350′000 moslemische Bosnier umgekommen. Zahlen, die bis vor kurzem regelmässig als Tatsache präsentiert wurden. Mittlerweile mussten selbst moslemische Institutionen zugeben, dass es sich um eine masslose Übertreibung gehandelt hat. So berichtete das bosnisch-moslemische Informations- und Dokumentationszentrum im Oktober 2009, man habe jetzt neue Zahlen. Unter allen ethnischen Gruppierungen Bosniens – also Moslems, Serben und Kroaten – habe es während des Krieges insgesamt 98′000 Tote und Vermisste gegeben, davon 65,88% Moslems, 25,62% Serben und 8,1% Kroaten. Damit wird nachträglich bestätigt, dass moslemische Institutionen jahrelang ca. 200′000 und mehr Tote erfunden haben. Eine Lüge, die von den führenden westlichen Massenmedien lange Zeit für die moslemische Bürgerkriegspartei in die Welt getragen wurde. Es ist jedoch nicht sicher ob diese „neue“ Zahl der Wahrheit entspricht, da keine internationale und unabhängige Organisation diesen Ermittlungen beiwohnte. Der US-Amerikaner George Kenney, der früher beim US-State Departement tätig war und 1992 aus Protest gegen die US-Balkanpolitik von seinem Posten zurücktrat, gelangte bereits 1995 nach eigenen Recherchen zu ganz anderen Zahlen. So veröffentlichte die New York Times am 23. April 1995 die Ergebnisse von Kenneys Recherchen in Form des Berichtes The Bosnia calculation: how many have died? Darin schätzt Kenney die Gesamttodeszahl unter allen Volksgruppen während des Bosnienkrieges auf 35′000. Im schlimmsten Fall, unter Berücksichtigung aller Umstände, könnte die Zahl, so Kenney, bei max. 60′000 liegen. Obwohl auch diese Zahl schlimm genug wäre, so können damit die Gräuelpropaganda moslemischer Institutionen und deren Unterstützung durch die westlichen Massenmedien keinesfalls entschuldigt und gerechtfertigt werden. Es bleibt zu vermuten, dass die moslemische Bügerkriegspartei prozentual tatsächlich die höchste Opferzahl aller drei Volksgruppen vorzuweisen hat. Dies ist jedoch auf die Tatsache zurückzuführen, dass sie während des Krieges gegen drei Gegner kämpfte. So bekämpften sich in Bosnien nicht nur Serben und Moslems, sondern auch Moslems und Kroaten und Moslems und Moslems (Die Anhänger des moslemischen Industriellen Fikret Abdić aus der Region Bihać bekämpften die Regierungstruppen von Alija Izetbegović). In diesem Zusammenhang kann von einem serbischen „Aggressionskrieg“ und „Völkermord“ keine Rede sein, denn in Bosnien tobte ein klassischer Bürgerkrieg.

Wieso wird bis heute nicht berichtet, dass bereits während des Krieges diverse UNO- Mitarbeiter und Journalisten darüber berichteten, dass die Bombenanschläge vor einer Bäckerei und dem Marktplatz in Sarajevo aus verschiedenen Gründen gar nicht hätten von serbischer Seite verübt werden können? Der russische Kommandant Andrei Demurenko sagte das in Den Haag aus. Der ehemalige UNO-Beauftragte für Ex-Jugoslawien, Yasushi Akashi, bestätigte sogar die Existenz eines UNO-Berichtes, wonach die Serben für den Anschlag keine Schuld trifft. Auch Charles Boyd, US- General a. D., informierte darüber, dass die Serben den Anschlag nicht verübt haben usw.

Zudem verschweigen die meisten Medien bis heute die brisanter Enthüllungen diverser Politikinsider rund um den Globus, die die Verwicklung Deutschlands und der USA während der Planung und Inszenierung der jüngsten Balkankriege aufgezeigt haben. So haben z. B. Ramsey Clark, ehemals Justizminister der USA, Elmar Schmähling, deutscher Flottenadmiral a. D., Heinz Loquai, deutscher Brigadegeneral a. D., Michel Chossudovsky, Wirtschaftsprofessor aus Kanada und Willi Wimmer, deutscher Politiker, aufgezeigt, dass die BRD, die NATO und die USA während der jugoslawischen Kriege weder unbeteiligte Dritte noch unschuldige Zaungäste waren, sondern – im Gegenteil – diese Kriege bereits viele Jahre vor deren Ausbruch sorgfältig geplant und organisiert hatten.

Auf die Schilderung verschiedener Medienmanipulationen während des Krieges im Kosovo möchten wir an dieser Stelle aus Platzgründen verzichten und an die weiterführende Literatur von Leuten wie z.B. Jürgen Elsässer, Michel Collon, Cathrin Schütz, Diana Johnstone, Ralph Hartmann, Matthias Küntzel, Michael Parrenti usw. verweisen. Sehr empfehlenswert ist auch der WDR-Film Es begann mit einer Lüge von Mathais Werth und Jo Angerer.

Würde es nun also verwundern, wenn jene Medien, die während der Balkankriege die Wahrheit ziemlich verunstaltet haben – was mittlerweile ausreichend dokumentiert wurde – auch beim Thema Srebrenica anstelle der Information eher eine Desinformation betrieben haben? Wäre es denkbar, dass gewisse Interessengruppen 7000 bis 8000 Massakeropfer erfinden, wenn sie davor erwiesenermassen Hunderttausende Tote erfunden haben? Die Recherchen zahlreicher unabhängiger Medienschaffender lassen darauf schliessen, dass auch im Fall von Srebrenica die Realität völlig verzerrt und falsch wiedergegeben wurde. Im Buch Srebrenica – die Geschichte eines salonfähigen Rassismus wurden nun erstmal die Berichte, Analysen, Recherchen und Enthüllungen jener Leute zusammengetragen, oder zumindest die wichtigsten Auszüge daraus, die nach eigenen Nachforschungen herausgefunden haben, dass die „offizielle“ Version der Ereignisse in Srebrenica – also die Version der Regierung unter Alija Izetbegović und den USA – mit der Faktenlage praktisch nichts gemein hat. Wer kein Denkkorsett in Form der Massenmedien benötigt und von seinem eigenen kritischen Verstand gebrauch machen möchte, der kann nun selbst urteilen wer die Wahrheit spricht.

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http://www.freitag.de/2005/37/05370801.php‏

Politik

Der Fall Drazan Erdemovic | 16.09.2005 | Germinal Civikov

Kalaschnikow auf Einzelfeuer

Vom Massenmord zum Völkermord. Das Haager Tribunal schreibt Geschichte

Am 2. März 1996 wird in Novi Sad der bosnische Kroate Drazan Erdemovic festgenommen. Er hat sich kurz zuvor in Belgrad um Kontakt zum Jugoslawien-Tribunal in Den Haag bemüht und einer Journalistin des US-Fernsehkanals ABC von einem Massenmord in Bosnien berichtet, an dem er selber beteiligt gewesen sein will. Vier Tage später wird gegen Erdemovic, der kein jugoslawischer Staatsbürger ist, ein Strafverfahren eröffnet. Es besteht der dringende Tatverdacht, dass er im Juni 1995 in der Nähe der bosnischen Ortschaft Pilice als Soldat der Republika Srpska (VRS) ein Kriegsverbrechen verübt und zusammen mit anderen Militärs seiner Einheit Hunderte Bürger muslimischer Herkunft erschossen hat.

Am 12. März 1996 kommt Graham Blewitt, der zweite Chefankläger des Haager Tribunals, nach Belgrad, um den Gefangenen zu verhören. Am 30. März schließlich wird Erdemovic mit einer jugoslawischen Maschine nach Den Haag geflogen und dem Tribunal übergeben. Am 29. November 1996 bereits ist das Verfahren abgeschlossen: Wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zehn Jahre Haft, lautet das Urteil. Am 5. März 1998 wird das Strafmaß auf fünf Jahre herab gestuft – im August 2000 ist Erdemovic wieder frei. Seither lebt er dank der Zeugenschutzprogramms des Haager Gerichtshofes mit einer neuen Identität versehen in einem westlichen Land und tritt regelmäßig als “geschützter Zeuge” der Staatsanwaltschaft auf, sobald in einem Prozess der Anklagepunkt “Völkermord an den bosnischen Muslimen” verhandelt wird.

Zu erwähnen wäre noch: Das Urteil gegen Drazan Erdemovic vom 29. November 1996 erging nach einem so genannten “verkürzten Verfahren” (guilty plead), das aufgrund des vorliegenden Schuldeingeständnisses lediglich dazu diente, das Strafmaß festzulegen. Mit anderen Worten, ein dem Gericht vorliegendes Geständnis des Angeklagten wurde nicht im Kreuzverhör hinterfragt und auf seinen Wahrheitsgehalt überprüft – angesichts der Schwere des Verbrechens juristisch ein erstaunlicher Vorgang.

Wozu weitere Zeugen?

Der aus dem mehrheitlich muslimischen Tuzla stammende Drazan Erdemovic erfüllt ab 1990 als Angehöriger der jugoslawischen Volksarmee seine Dienstpflicht als Militärpolizist in Kroatien. Als er im April 1992 nach Tuzla zurückkehrt, bricht auch in Bosnien der Bürgerkrieg aus. Er tritt zunächst in die muslimisch dominierten Streitkräfte Bosnien-Herzegowinas ein, setzt sich aber bald in die Republika Srpska ab, wo er im Frühjahr 1993 einer Spezialeinheit zugeteilt wird, die als “10. Sabotagekompanie” dem Generalstab der bosnisch-serbischen Armee unterstellt ist.

Als Erklärung für seinen Uniformwechsel wird Erdemovic später vor den Haager Richtern pragmatische Gründe nennen – es sei ihm keine andere Wahl geblieben, doch habe er sich nicht von Nationalismus treiben lassen, was auch für jene Einheit gegolten habe, in die er als Sergeant aufgenommen worden sei. Sie rekrutiert zunächst Muslime, Kroaten, Slowenen und nur zwei Serben.

Serbischer Nationalismus macht sich nach den Angaben von Erdemovic erst bemerkbar, als die Einheit zur “10. Sabotagekompanie” umgebildet und ihr Kommando von Leutnant Milorad Pelemis übernommen wird. Danach kommt es immer häufiger zu Einsätzen jenseits der Frontlinie tief in bosnisch-kroatischem und bosnisch-muslimischem Hinterland. Es ist die Zeit, als Erdemovic laut seines Haager Geständnisses in einen Konflikt mit seinem Kompaniechef gerät, der ihn wegen seiner Herkunft aus Tuzla zum einfachen Soldaten degradiert. Er habe sich zudem widersetzt – so Erdemovic – Gefangene zu töten, dann aber gehorcht, da er ansonsten damit rechnen musste, wegen Befehlsverweigerung selbst erschossen zu werden.

Was an seiner Geschichte wahr ist, weiß inzwischen vermutlich nicht einmal mehr der Betroffene selbst. Zu sehr sind seine Darstellungen von narrativen Strategien beeinflusst, die eigener Entlastung dienen. Er habe sich aus Gewissensnot dem Tribunal gestellt, beteuert Erdemovic immer wieder. Bei eingehender Befragung stellt sich freilich heraus, dass er unmittelbar nach den Exekutionen bei Pilice während eines Handgemenges in einer Kneipe im bosnischen Bjeline von einem der Mittäter angeschossen und schwer verletzt wird. Nach mehreren Operationen im Belgrader Militärhospital ist er zwar außer Lebensgefahr, muss aber weiter um sein Leben fürchten. Danach sucht er Kontakt mit dem Tribunal. Weshalb? Aus Reue und Scham? Aus Schuldbewusstsein? Oder um in den Genuss von dessen Zeugenschutz zu kommen, die ihm eine neue Identität in Aussicht zu stellt?

Mehrfach hat Drazan Erdemovic bei seinen Aussagen vor den Haager Richtern alle an den Erschießungen im Juni 1995 Beteiligten beim Namen genannt: Franc Kos, Marko Boskic, Goronja Zoran, Stanko Savanovic, Brano Gojkovic, Alexander Cvetkovic, Golijan Vlastimir. Diese Männer hätten auf Befehl ihres Kommandeurs Milorad Pelemis gehandelt, der wiederum seine Weisungen von Oberst Petar Salapura erhalten habe, dem Chef der Aufklärung beim Generalstab der bosnisch-serbischen Armee. Alle diese Namen liegen der Haager Anklagebehörde seit Erdemovics Überstellung Ende März 1996 vor. Folgerichtig findet es der Vorsitzende Richter Claude Jorda während der ersten Sitzung im Plead-Guilty-Verfahren gegen Erdemovic am 19. November 1996 einigermaßen unverständlich, dass die Ankläger keine weiteren Zeugen aufrufen, dem Angeklagten eine hohe Glaubwürdigkeit attestieren und nicht auf eine Auslieferung der anderen namentlich bekannten Mitglieder des Erschießungskommandos von Pilice drängen. Gibt es keine einzige Anklage gegen jemanden außer Erdemovic? – fragt Claude Jorda. Salomonisch die Antwort von Ankläger Marc Harmon: das Gericht müsse das “perspektivisch sehen”. Im Übrigen habe man durchaus vor, andere Anklagen in dieser Sache zu erheben – nur vertrage das keine öffentliche Erörterung.

Wo sind die Leichen?

Auf jeden Fall gilt seit der Verurteilung von Drazan Erdemovic am 29. November 1996 die Zahl von 1.200 am 16. Juni 1995 bei Pilice erschossenen Zivilisten als aktenkundig. Erdemovic wiederholt sie in Den Haag am 5. Juli 1996 während der öffentlichen Anhörung im Verfahren gegen Radovan Karadzic und Ratko Mladic (gegen die in Abwesenheit verhandelt wird), am 19. und 20. November 1996 in seinem eigenen Prozess, am 22. Mai 2000 im Verfahren gegen General Krstic und am 25. August 2003 als Zeuge der Anklage im Prozess gegen Slobodan Milosevic.

Im einzelnen beschreibt der Zeuge immer wieder den gleichen Vorgang: Acht Männer erschießen am 16. Juni 1995 bei Pilice, 40 Kilometer nördlich von Srebrenica, etwa 1.200 Menschen. Der erste Bus mit 50 bis 60 gefesselten muslimischen Gefangenen trifft zwischen zehn und elf Uhr vormittags dort ein. Der Platz der Erschießung liegt etwa 100 Meter vom Fahrzeug entfernt auf einer Lichtung. Die acht Täter stellen sich zwischen Bus und Erschießungsplatz in einer Linie auf und haben zirka 15 Meter Abstand voneinander. Dann werden jeweils zehn Personen aus dem Bus geholt, die zunächst ihre persönlichen Papiere und alle sonstigen Habseligkeiten abgeben müssen, bevor sie zum Erschießungsplatz geführt und in einem Abstand von 20 Metern mit dem Rücken zu den Tätern aufgestellt werden. Die eröffnen Sekunden später das Feuer. Dann kontrolliert man, ob jedes Opfer tot ist; wer noch lebt, wird mit der Pistole erschossen. Danach stellen sich die Todesschützen wieder in einer Linie bis zum Bus auf, während Brano Gojkovic und Vlastimir Golijan die nächste Zehnergruppe aus dem Bus holen.

Ausdrücklich bestätigt Erdemovic in all seinen Aussagen, dass sich dieser Vorgang stets genau so wiederholt habe. Irgendwann hätten Gojkovic und Cvetkovic die Idee gehabt, ein Maschinengewehr M-84 einzusetzen. Damit seien aber die meisten nur verwundet worden, also sei man zur vorherigen Erschießungsmethode zurückgekehrt: Kalaschnikow auf Einzelfeuer.

Zwischendurch habe man getrunken und geraucht, und gegen 15.00 Uhr oder etwas später sei man “fertig gewesen”. Mehrmals hat Erdemovic in seinen Ausagen versichert, man habe nach jeder Exekution die Körper einfach liegen lassen. Das bedeutet, am Ende müssen auf der Lichtung bei Pilice bis zu 1.200 Leichen gelegen haben. Weder die Ankläger noch die Richter in Den Haag haben jemals nachgefragt, ob das vorstellbar sei.

Bei zehn Minuten für die Erschießung von zehn Opfern braucht man – so makaber eine solche Schätzung auch sein mag – bei etwa 1.200 Menschen mindestens 20 Stunden. Kein Jurist würde es normalerweise versäumen, diese einfache Rechnung aufzustellen. Nicht so die Haager Richter – für sie war es einleuchtend, dass man 1.200 Menschen in Zehnergruppen in weniger als fünf Stunden erschossen hat, was nur heißen konnte, im Abstand von zweieinhalb Minuten eine neue Gruppe aus dem Bus zu holen, jeden einzelnen die Taschen leeren und seine Papiere abgeben zu lassen, sie 100 Meter weit zur Wiese zu jagen … Und dann hat man noch zwischendurch pausiert, getrunken und geraucht. In einem auf Wahrheitsfindung angelegten Verfahren würden sich die Richter selbst zum Tatort begeben und vorführen lassen, wie das möglich gewesen sein soll.

Erdemovic selbst weiß nicht genau, wie viele Menschen er getötet hat. Einmal spricht er von zehn, dann wieder von 100 bis 120, ein andermal sollen es 70 gewesen sein. Er weiß auch nicht, wie viele Busse mit Gefangenen ankamen. Sicher scheint er nur bei einer Angabe: 1.000 bis 1.200 Menschen wurden erschossen – eine Zahl, die man ihm trotz aller Widersprüche bereitwillig abnimmt. Nur, wo sind die Leichen geblieben?

John René Ruez, Ermittler der Anklage, erklärt am 19. November 1996 im Zeugenstand, seine Behörde habe nach Erdemovics Anhörung an Ort und Stelle 153 Leichen exhumiert. Man habe außerdem Fesseln, Augenbinden und Identitätspapiere gefunden, aus denen hervorging, dass es sich um Opfer aus Srebrenica gehandelt habe.

Und dann vollzieht auch dieser Ermittler den gleichen Zirkelschluss wie das Gericht, indem er auf den Zeugen Erdemovic verweist, der 20 Busse mit jeweils 60 Gefangenen gezählt haben will. Es müsse demnach 1.200 Opfer gegeben haben. Bliebe nur noch die Frage nach dem Verbleib der Leichen, die Ruez wie folgt beantwortet: Er zeigt ein Luftbild, datiert auf den 17. Juni 1995, auf dem Leichen zu erkennen sind, und weist auf etwas, das möglicherweise der Erdaushub eines Massengrabs sein könne. Dann präsentiert er ein zweites Luftbild, datiert auf den 27. September 1995, mit einem Gelände, auf dem wiederum Spuren von Erdarbeiten zu sehen sind. Es hätten also Ende August/Anfang September an diesem Ort Exhumierungen stattgefunden, weil man versucht habe, Spuren zu verwischen, erklärt Ruez den Richtern. Selber schuld, wer noch an der Zahl von 1.200 Opfern zweifelt.

So sieht die Beweisführung in einem Plead-Guilty-Verfahren aus. Würde man einfach davon ausgehen, dass am 16. Juni 1995 bei Pilice 153 Menschen erschossen wurden, deren Leichen später am Tatort exhumiert wurden, hätte man noch immer ein grausames Kriegsverbrechen der bosnischen Serben aufgedeckt. Nur nimmt sich diese Zahl für einen Völkermord offenbar zu dürftig aus. Also müssen es 1.000 bis 1.200 Opfer gewesen sein, wie der Zeuge versichert.

Entlastung der Täter

Wie sehr man entschlossen ist, an der Erdemovic-Version festzuhalten, geht aus dem Fall Marko Boskic hervor. Im August 2004 wird der bosnische Serbe in Boston (Massachusetts) festgenommen und angeklagt, sich unter falschen Angaben um eine Immigration in die USA beworben zu haben. In all seinen Aussagen hatte Erdemovic in Verbindung mit den Ereignissen von Pilice auch diesen Namen genannt. Doch schon am 28. August 2004 weigert sich die Haager Anklagebehörde, die Auslieferung des Mittäters von Drazan Erdemovic zu fordern. “Wir haben nur ein beschränktes Mandat und beschränkte Ressourcen”, erklärt Carla Del Pontes Berater Anton Nikiforov. Man werde Boskic nicht anklagen, man müsse sich auf die führenden Figuren konzentrieren.

Zu einer Durchleuchtung der Ereignisse vom 16. Juni 1995 kommt es erst am 25. August 2003, als Erdemovic im Milosevic-Prozess in den Zeugenstand tritt. Milosevic fragt unter anderem, ob der Zeuge eine Erklärung dafür habe, dass sich außer ihm kein anderer wegen der Exekutionen verantworten müsse. Finde es der Zeuge nicht merkwürdig, dass nur er festgenommen wurde, und zwar von den jugoslawischen Behörden, die … Hier allerdings unterbricht Richter Richard May die Frage resolut: “It´s not for the witness to answer that” – es ist nicht Sache des Zeugen, auf diese Frage zu antworten.

Franc Kos, Marko Boskic, Goronja Zoran, Stanko Savanovic, Brano Gojkovic, Aleksandar Cvetkovic und Golijan Vlastimir können ruhig schlafen. Keiner darf mit seiner Aussage die Erdemovic-Geschichte stören.

Der jugoslawische Bürgerkrieg 1995 1. Januar 1995 - nach Vermittlung des ehemaligen US-Präsidenten Carter beginnt eine viermonatige Waffenruhe zwischen den muslimisch-kroatischen Kräften und serbischen Einheiten in Bosnien-Herzegowina.März 1995 - die bosnische Regierung beginnt eine neue Offensive gegen serbische Stellungen.Ende Mai 1995 - Serben nehmen erstmals UN-Soldaten als Geiseln, um erneute Luftangriffe der NATO auf ihre Stellungen in Bosnien-Herzegowina zu verhindern.11. Juli 1995 - serbische Verbände erobern die in Bosnien liegende UN-Schutzzone Srebrenica, Tage später auch Zepa. In den darauffolgenden Tagen werden bei Massenexekutionen Tausende muslimische Zivilisten erschossen. Schätzungen gehen von 3.000 bis 8.000 Opfern aus.4. August 1995 - Kroatien startet die Militäroperation gegen die mehrheitlich von Serben bewohnte Krajina, über 120.000 Menschen fliehen.30. August 1995 - die NATO beginnt mit der Operation Deliberate Force schwere Luftangriffe auf serbische Stellungen in Bosnien-Herzegowina und deren gesamte militärische Infrastruktur.September 1995 - Muslime und Kroaten nutzen die Schwächung der Serben zu enormen Geländegewinnen im Westen Bosnien-Herzegowinas.1. November 1995 - Beginn der Bosnien-Konferenz in Dayton (Ohio) zwischen den Präsidenten Serbiens, Kroatiens und Bosnien-Herzegowinas, nachdem sich zuvor in Genf deren Außenminister auf Grundelemente einer Verfassung für Bosnien-Herzegowina und dessen territoriale Aufteilung geeinigt haben.21. November 1995 - der “Vertrag von Dayton” wird nach massivem Verhandlungsdruck der Clinton-Regierung paraphiert.

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 http://www.aikor.de/Artikel/gp-srebd.htm‏

George Pumphrey

SREBRENICA

Erschienen in etwas gekürzter Form in Konkret 8/99

Das “Massaker von Srebrenica”, bei dem, nach der Einnahme der gleichnamigen Stadt im Juli 1995, angeblich acht Tausend bosnisch-muslimische Männer summarisch von bosnisch-serbischen Truppen exekutiert worden sein sollen, wird nicht nur weithin als Kriegsverbrechen verurteilt, sondern gilt auch als Beweis für die serbische Politik des Genozids, d.h. für die Absicht ein Volk als solches zu vernichten.

Die Hauptmächte der NATO haben Srebrenica mißbraucht, um die Vereinten Nationen (VN) zu diskreditieren, wegen deren angeblichen Unfähigkeit, den “Genozid” zu stoppen. Dadurch waren die Voraussetzungen geschaffen, um die NATO als einzige “effektive” Kraft für friedenserhaltende und friedenserzwingende Maßnahmen zu etablieren, die somit außerhalb der Einschränkungen der demokratischen und auf tatsächlichen Frieden ausgerichteten Prinzipien der Charter der VN agieren konnte. Objektive Berichterstattung der Medien wurde weiter zugunsten der Propaganda für den neuen “militärischen Humanismus” der NATO ausgehöhlt. In der Folge verband sich die Berichterstattung organisch mit den dominanten wirtschaftlichen und militärischen Mächten. Mit der Etablierung des Haager Tribunals, wurde öffentliche Akzeptanz geschaffen für Methoden der Inquisition, die das Grundrecht auf Gleichheit vor dem Gesetz verweigert. Ein doppelter Moralstandard wurde zur Meßlatte, mit deren Hilfe die “Menschenrechte” sehr selektiv eingefordert wurden, um politisch mißliebige Staaten und ganze Völker als kriminell abzustempeln.

Für Deutschland war Srebrenica von besonderer Bedeutung. Es kam sehr gelegen, um sich des Stigmas der im Zweiten Weltkrieg begangenen Verbrechen zu entledigen. Srebrenica wurde gerne mit Auschwitz verglichen, um die NAZI-Barbarei zu relativieren und zu trivialisieren. Und dies wiederum erlaubte, die alte, arrogante, expansionistische und militaristische deutsche Tradition wiederzubeleben.

Joschka Fischer stellte seine “Regierungsfähigkeit” unter Beweis, indem er Srebrenica erfolgreich in seiner Kampagne einsetzte, die die Partei der Grünen dazu brachte, militärische Interventionen und Aggressionen zu unterstützen.

Die Beschuldigung, daß die Serben, die “traditionellen Feinde” der Deutschen, Genozid begangen hätten, wurde von den Politikern der etablierten Bonner Parteien, egal ob rechts oder links, mit besonderer Genugtuung aufgenommen. Es läßt die bleibende historische Schuld Deutschlands an dem Aggressionsverbrechen gegen Jugoslawien im Zweiten Weltkrieg und an den 1,6 Millionen jugoslawischen Opfern vergessen. Angesichts der Tatsache, daß die von Deutschen auf jugoslawischem Boden verübten Kriegsverbrechen in der Bundesrepublik unverfolgt und ungesühnt blieben, ist auch die strafrechtliche Verfolgung durch die bundesdeutsche Justiz von Bürgern des ehemaligen Jugoslawien wegen Kriegsverbrechen in Bosnien eine besondere Anmaßung. Konsequent wird die eigene Geschichte überwunden: ein deutsches Gericht verurteilt im Mai diesen Jahres den Gestapohelfer Alfons Götzfrid zu 10 Jahren Haft (die er nicht absitzen muß) wegen “Beihilfe zum Mord” an 17.000 Juden, und der BGH bestätigt im gleichen Monat das Urteil gegen den bosnischen Serben Nikola Jorgic zu 13 Jahren Gefängnis wegen “Völkermord” an 30 bosnischen Muslimen.

All das ist möglich geworden durch die ungeheuerliche Propagandakampagne über das allerdings noch nicht bewiesene Massaker von Srebrenica, das wiederum als wichtigstes “Beweismittel” für die ebenfalls erst noch zu beweisende Beschuldigung wegen Genozids dient.

In den ersten drei Jahren, die der Übernahme von Srebrenica folgten, hat das Internationale Tribunal in Den Haag alles unternommen, um in Ost-Bosnien Massengräber zu finden, die seine Anklage gegen die beiden bosnisch-serbischen Anführer im Bürgerkrieg, Dr. Radovan Karadzic und General Radko Mladic, wegen Genozids untermauern würden. Vor dem Hintergrund des diesjährigen Krieges gegen Jugoslawien und der erneuten frenetischen Versuche, den Serben völkermörderische Absichten zu unterstellen, diesmal angeblich gegen die albanisch sprechende Bevölkerung des Kosovo, scheint das in Den Haag vergessen zu haben, daß es der Welt bisher den Beweis für das “Massaker an den acht Tausend” und des beabsichtigten Genozids an den bosnischen Muslimen schuldig geblieben ist.

Den deutschen Kriegsminister Scharping stört das nicht. Nur die Zahl der Toten paßt dem Propagandaminister Scharping nicht. In einer ARD Talkshow machte er kurzerhand und unwidersprochen aus der bisher gehandelten und bis heute nicht bewiesenen Zahl von 8 000 in Srebrenica massakrierten Muslimen, gleich 30 000 und stellte die absurde Behauptung auf, daß UN-Blauhelm Soldaten angekettet wurden und diesem Massaker zusehen mußten.

Krieg mit all seinen Greueln, Zerstörung, Flucht und Tod ist nicht mehr Elend genug. Die öffentliche Meinung ist gegenüber der “normalen” Brutalität des Krieges bereits dermaßen abgestumpft, daß nur noch Übertreibungen und offenkundige Lügen glaubhaft erscheinen: keine Vergewaltigung, die nicht zur Massenvergewaltigung wird, kein Grab, das nicht zum Massengrab wird, kein Mord, der nicht zum Völkermord wird.

Jede neue “Generation” von Spekulationen, unbewiesenen Berichten und auch absichtlichen Fälschungen baut auf vorhergehenden “Generationen” von Spekulationen, unbewiesenen Berichten und absichtlichen Fälschungen auf. Und mit jeder neuen “Generation” von Lügen werden die Lügen der vorangehenden “Generation” zu unumstößlichen Wahrheiten. Viele dieser Gerüchte und Spekulationen werden als Teil einer gezielten Desinformationskampagne von interessierten Geheimdiensten, Public Relations Agenturen und wenig objektiven Journalisten in die Welt gesetzt. Ständig wiederholt werden schließlich Gerüchte zu gesicherten Fakten. Jeder, der sie zu hinterfragen wagt, der versucht, die Quelle der Information zu finden und handfeste Beweise verlangt, läuft schnell Gefahr, verbal gelyncht zu werden.

Diana Johnstone, eine anerkannte Autorität in Bezug auf die Entwicklungen auf dem Balkan schrieb dazu in “The Nation”: “Als die muslimisch geführte Regierung in Sarajevo in den ersten Kriegsmonaten (…) die westlichen Medien mit Berichten versorgte, die darauf hindeuteten, daß die Serben eine Politik des Genozids verfolgten, wurde ein Grundprinzip der Vorsicht, das für jede Suche nach Gerechtigkeit unabdingbar ist, schnell über Bord geworfen. Das Prinzip lautet: Je schwerwiegender die Beschuldigung, um so größer die Notwendigkeit von handfesten Beweisen. Sonst werden die Beschuldigungen zu Instrumenten des Lynch Mobs.”

Die Zahl der Personen, die angeblich summarisch exekutiert wurden, könnte den Unterschied zwischen einer Anklage wegen Genozids oder wegen Kriegsverbrechens ausmachen. Die Diskrepanz ist nicht zu übersehen. Der Zahl von acht Tausend angeblich in Srebrenica Ermordeten stehen nur etwa 500 Leichen gegenüber, die bis Ende 1998 trotz intensivster Suche gefunden wurden. Ein erster Schritt Fakten von Fiktionen zu trennen – in dieser makabren Kampagne zur Dämonisierung der Serben – wäre es, Klarheit in der Frage der Zahlen zu schaffen.

Am 13. September 1995 erklärte das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK): “Der Direktor der operativen Abteilung Westeuropa des IKRK, Angelo Gnaedinger, besuchte Pale (Hauptstadt der bosnischen Serben; Anm. G.P.) und Belgrad vom 2. bis zum 7. Sept., um von offiziellen, bosnisch serbischen Stellen Informationen über den Verbleib von 3 000 Personen aus Srebrenica zu erhalten, die nach Zeugenausssagen von bosnisch-serbischen Sicherheitskräften festgenommen worden seien. Das IKRK hat Details über alle Todesfälle verlangt und bestand so schnell wie möglich auf Zugang zu den Gefangenen (bisher war es nur möglich 200 Gefangene zu besuchen). Das IKRK hat sich auch an die Regierung von Bosnien Herzegowina (die bosnisch-muslimische Seite im Bürgerkrieg, Anm. G.P.) gewandt, mit der Bitte um Informationen bezüglich der 5 000 Personen, die von Srebrenica geflohen sind und von denen ein Teil Zentralbosnien (die für sie sichere bosnisch-muslimische Seite; Anm. G.P.) erreicht haben.”

Am 15. Sept. 1995 gab ein Artikel in der New York Times der Geschichte bereits eine andere Note: “Das IKRK berichtete heute, daß aus Srebrenica, aus der ersten von zwei Schutzzonen, die von den Vereinten Nationen eingerichtet worden waren, aber im Juli von serbischen Truppen überrannt wurden, etwa 8 000 Muslime vermißt werden. Unter den Vermißten wird auch eine hauptsächlich aus Männern bestehende etwa 3000 Personen starke Gruppe gezählt, die nach Zeugenausssagen von Serben gefangen genommen worden seien. Nach dem Zusammenbruch von Srebrenica sammelte das Rote Kreuz 10 000 Namen von vermißten Personen, sagte die Sprecherin Jessica Barry. Sie berichtete, daß zusätzlich zu den Gefangenen weitere 5000 Personen ´einfach verschwunden´ seien”.

Hier wurden also nicht nur die 3000 Gefangenen zu den 5000 Geflohenen hinzugezählt – was sowohl die Gesamtzahl aufblähte als auch die Schwere der Beschuldigung verschärfte – sondern auch die Tatsache, daß das IKRK die bosnisch-muslimische Regierung um Informationen über die 5000 gebeten hatte, von denen “ein Teil Zentralbosnien ( um Mitte September) erreicht” hatten, verschwindet vollkommen aus den Nachrichten.

Ein genauerer Blick auf den ursprünglichen IKRK-Bericht macht allenthalben deutlich, daß er die gebotene Objektivität vermissen läßt. Mit der beiläufigen Bemerkung, daß nur “einige von ihnen Zentralbosnien erreicht haben”, vermittelt das Rote Kreuz den falschen Eindruck, daß nur einige wenige der vermißten Männer es bis Mitte September geschafft hatten, sich in Sicherheit zu bringen.

Am 18. Juli 1995, eine Woche nach der Eroberung von Srebrenica durch das serbische Militär, wußte die New York Times bereits, daß “zwischen drei und vier Tausend bosnische Muslime, die nach dem Fall von Srebrenica von Vertretern der Vereinten Nationen als vermißt registriert waren, sich einen Weg durch die feindlichen Linien auf das Territorium der bosnischen Regierung gebahnt haben. Die Gruppe, zu denen auch Verwundete gehörten, hatte sich unter feindlichem Feuer durch die serbischen Linien geschlichen und sich nach einem 30 Meilen Marsch durch die Wälder in Sicherheit gebracht”.

Am 2. August 95 bestätigte die Times of London diesen Vorgang mit folgender Meldung: “Es kann davon ausgegangen werden, daß Tausende von vermißt gemeldeten bosnisch muslimischen Soldaten, die im Focus der Berichte über mögliche Massenexekutionen durch die Serben gestanden haben, nörd-östlich von Tuzla in Sicherheit sind. Für die UNO und das Internationale Rote Kreuz war es äußerst schwierig gewesen, die gelungene Flucht der bosnisch muslimischen Soldaten und Zivilisten zahlenmäßig zu erfassen. Gestern berichtete jedoch das Rote Kreuz in Genf unter Berufung auf Quellen in Bosnien zum ersten Mal, daß bis zu 2000 bosnische Regierungssoldaten aus Srebrenica sich bis in das Gebiet nördlich von Tuzla einen Weg gebahnt hätten ´ohne ihre Angehörigen zu informieren´, berichtete der Sprecher des Roten Kreuzes und fügte hinzu, daß es nicht möglich sei, diese Berichte zu überprüfen, denn die bosnisch muslimische Regierung würde dem Roten Kreuz den Zugang in dieses Gebiet verweigern.”

Zwei Wochen bevor die Vertreter des Roten Kreuzes, Angelo Gnaedinger und Jessica Barry, ihre Zahlen an die Presse gaben, brachte ein anderer Sprecher des Internationalen Roten Kreuzes in Genf, Pierre Geultier, ein wichtiges Detail zur Sprache. In einem Interview mit der “Jungen Welt” vom 8.8.95 erklärte er: “Insgesamt kamen wir dabei auf eine Zahl von etwa 10 000 [Vermißten aus Srebrenica]. Allerdings kann es gut sein, daß darunter viele Doppelnennungen sind (…). Bevor [die Prüfung der Doppelnennungen] nicht abgeschlossen ist, können wir nichts genaues sagen. Unsere Arbeit wird noch dadurch kompliziert, daß die bosnische Regierung uns mitgeteilt hat, daß mehrere Tausend der Flüchtlinge sich durch die feindlichen Linien geschlagen haben und sich wieder in die bosnisch-muslimische Armee eingegliedert haben. Diese Personen sind also nicht vermißt, sie können aber auch nicht aus den Vermißtenlisten gestrichen werden.”

Da die Zahl derer, die als vermißt (und vermutlich tot) geführt werden, während der letzten vier Jahre konstant bei 8000 geblieben ist, muß davon ausgegangen werden, daß die bosnisch muslimische Regierung dem Roten Kreuz nie die Namen jener Menschen mitgeteilt hat, die die muslimischen Linien sicher erreicht hatten. Auf einen weiterer Aspekt hat Prof. Milivoje Ivanisevic von der Universität Belgrad hingewiesen. Nachdem er die Liste des Roten Kreuzes mit den “vermißten” Personen überprüft hatte, entdeckte er, daß die Namen von etwa 500 Personen, die als “vermißt” geführt wurden, schon vor der Einnahme Srebrenicas gestorben waren. Und nun wird es wirklich interessant: als Prof. Ivanisevic die Wählerliste für die Herbstwahlen von 1996 (also einem Jahr nach dem angeblichen Massaker) mit der Vermißtenliste des Roten Kreuzes verglich, wurde bekannt, daß die Namen von 3016 Leuten, die auf der Vermißtenliste des IKRK standen ebenfalls auf der Wählerliste zu finden waren. Entweder ließ die bosnisch muslimische Regierung auch die Toten wählen, – beging also Wahlbetrug – oder die Wähler waren am Leben und das “Massaker” war ein Betrug.

Die Propaganda und Gerüchte, die durch Repräsentanten der bosnischen Regierung und ihrer Verbündeten in Umlauf gesetzt wurden, blieben weitgehend unwidersprochen auch seitens der Organisationen, die sonst den Ruf der Unparteilichkeit genießen.

Innerhalb weniger Tage nach der Übernahme von Srebrenica, wurde Zepa, eine zweite muslimische Enklave (und UNO-Schutzzone) durch bosnisch serbische Kräfte eingenommen. Unter den Verteidigern von Zepa fanden sich Hunderte der “vermißten” Soldaten von Srebrenica. Die New York Times berichtet: “Die verletzten [muslimischen] Truppen wurden zurück gelassen. Und als die bosnischen Serben die Stadt am Dienstag überrannten, wurden die Verletzten nach Sarajevo zur Behandlung im Kosevo-Krankenhaus gebracht. Viele von ihnen waren aus Srebrenica gekommen. Als diese Schutzzone am 11. Juli in die Hände der Serben fiel, flohen sie in die Wälder. Anders als die meisten anderen Flüchtlinge, die sich nach dem Fall Srebrenicas nach Tuzla durchgeschlagen hatten, vereinten sich diese mit den Verteidigern von Zepa. <Etwa 350 von uns gelang es aus Srebrenica auszubrechen. Wir schafften es nach Zepa>, sagte Sadik Ahmetovic, einer von 151 Personen, die heute nach Sarajevo ins Krankenhaus gebracht wurden. (…) Sie sagten, daß sie in Gefangenschaft von den Serben nicht mißhandelt worden seien.”

Ist es nicht ein seltsames Verhalten, daß die muslimischen Verteidiger Zepas bei der Flucht aus der Stadt ihre verwundeten Kameraden zurück ließen, damit sie in die Hände der “serbischen Völkermörder” fallen würden? Befremdend erscheint auch, daß die 5000 muslimischen Soldaten bei ihrer Flucht aus Srebrenica ihre Frauen und Kinder dort ungeschützt vor den Serben zurückgelassen hatten. Wo doch den Serben angeblich der Ruf von brutalen Sadisten und Vergewaltigern vorausging? Oder läßt sich dieses Verhalten eher dadurch erklären, daß die muslimischen Soldaten der eigenen Regierungspropaganda nicht glaubten, weil sie wußten, daß sie sich um ihre Frauen, Kinder und um ihre verwundeten Kameraden keine Sorgen machen mußten, wenn sie in die Hände ihrer serbischen Landsleute fallen würden?

Das serbische Militär ließ die verletzten moslemischen Soldaten von Zepa hinter die muslimischen Linien ins Krankenhaus nach Sarajevo evakuieren. Und dieses Militär wird von unseren Regierungen und Medien mit den Nazis gleichgesetzt? Ist das die Methode, wie die Serben Genozid begehen? Selbst die Tatsache, daß die Serben den muslimischen Frauen und Kindern sicheres Geleit hinter die eigenen (muslimischen) Linien gewährten, wird als böse Absicht gedeutet, obwohl dies doch zeigt, daß von einem Genozid keine Rede sein konnte.

In dem schon oben erwähnten Artikel der Times of London ist von 2000 Soldaten die Rede, die es von Srebrenica bis in den Nordosten von Tuzla auf sicheres muslimisches Gebiet geschafft hatten, “ohne ihre Angehörigen zu informieren”. Da stellt sich die Frage, ob ihre Familien überhaupt informiert wurden? Abgesehen von den wenigen Artikeln, die Hinweise gaben, wurde die Öffentlichkeit nicht informiert, daß sie tatsächlich noch lebten. Im Gegenteil. Und die Frauen von Srebrenica organisieren immer noch Demonstrationen, um die Regierung Izetbegovic zu zwingen, wichtige Informationen über ihr Angehörigen herausgeben, von denen sie nach wie vor glauben, daß sie am Leben sind.

Am 17. Januar 1996 veröffentlichte die britische Tageszeitung “The Guardian” einen Artikel über eine Gruppe von ehemaligen muslimischen Kriegsgefangenen aus Srebrenica und Zepa, die nach Dublin geflogen worden waren: “Nach Aussagen einer Gruppe von bosnisch muslimischen Kriegsgefangenen, die direkt aus dem Lager Sljivovica vom Roten Kreuz zur Behandlung in ein Krankenhaus nach Dublin geflogen worden waren, werden in zwei geheimen Lagern im benachbarten Serbien immer noch Hunderte ihrer Leidensgenossen gefangen gehalten. (…) Eine Gruppe von 24 Männern war kurz vor Weihnachten (´95) nach Irland geflogen worden (…) mit Papieren, die ihnen erlaubten in Irland zu bleiben. (…) Aber drei Tage vor dem im Dayton-Abkommen vereinbarten Datum für die Freilassung aller Kriegsgefangener bleiben weitere 800 in dem Lager Sljivovica und in einem anderen Lager in der Nähe von Mitrovo Polje eingesperrt.”

Der Guardian-Artikel fährt fort: “Das Rote Kreuz hatte bereits seit Wochen mit Belgrad über ihre Freilassung verhandelt um ihnen in Drittländern einen sicheren Aufenthalt zu vermitteln. Eine Sprecherin sagte, die meisten würden in die USA oder nach Australien gehen. Andere würden nach Italien, Belgien, Schweden, Frankreich und Irland geschickt. (…) Seit Ende August (1995) hatte das Feldbüro des Roten Kreuzes in Belgrad alle vierzehn Tage die Gefangenen besucht. (…) Arbeitsgruppen von dem Kriegsverbrecher Tribunal in Den Haag waren in Dublin, um die Männer bei ihrer Suche nach Beweisen zu befragen.”

Hier stellt sich die Frage, warum werden Kriegsgefangene, die nach ihrer Freilassung doch normalerweise zuerst mit ihren Familien wieder vereint sein wollen, nach Dublin gebracht, mit “Papieren, um in Irland zu bleiben”? Wurden ihre Familien informiert? Wer profitierte davon, daß angebliche Opfer der serbischen Kriegsverbrechen still und heimlich außer Landes gebracht wurden, damit sie weiterhin als “vermißt und wahrscheinlich tot” in den Listen der Massakeropfer geführt werden können? Die Glaubwürdigkeit einer Falschinformation hängt nicht nur von der Aufrechterhaltung der Illusion ab, daß die Information zutreffend ist, sondern auch von der Unterdrückung aller möglichen Beweise daß das Gegenteil der Fall ist.

Fest steht, daß viele bosnisch muslimische Kriegsgefangene aus Srebrenica in etliche weit entfernte Länder verschickt wurden. Die bosnische Nachrichtenagentur TWRA, die auf der Seite der muslimischen Regierung steht, berichtete: “Die Vereinigten Staaten haben sich entschieden, 214 Bosniaken aufzunehmen, die nach dem Fall von Srebrenica und Zepa in serbischen Lagern gefangen gehalten worden waren, und ihnen den Aufnahmestatus von Flüchtlingen zu geben. (…) Der Sprecher des amerikanischen Außenministeriums, N. Burns, hob hervor, daß mindestens 800 Männer von 80 000 Personen, die nach dem Fall von Srebrenica und Zepa aus ihren Häusern vertrieben wurden, nach Serbien verschleppt worden sind.”

Weder das Rote Kreuz (das die Gefangenen in den serbischen Lagern seit August 95 regelmäßig besucht hatte), noch das Tribunal (das in seiner Suche nach Beweis für einen “Genozid” immer noch beflissen alle entlastenden Tatsachen übersieht), noch die amerikanische Regierung haben zu irgendeinem Zeitpunkt die über die 800 aus Srebrenica stammenden Männer in serbischer Kriegsgefangenschaft mit den angeblich 8000 vermißten und ermordeten Männern aus Srebrenica in Zusammenhang gebracht.

TWRA berichtete weiter: “103 bosnisch muslimische Soldaten, die vor kurzem aus den Gefängnissen in Serbien entlassen worden sind, sind gegen ihren Willen nach Australien geschickt worden”. Das behauptete ihr Kommandant Osmo Zimic, der auch das UNHCR deshalb kritisierte. Dessen Sprecher behauptete seinerseits, daß die betroffenen Soldaten auf der Aufnahme und dem Verbleib in Australien bestanden hätten, weil sie auf keinen Fall nach Bosnien zurückkehren könnten, weil sie dort wegen angeblicher Fahnenflucht strafrechtlich verfolgt werden würden. “Dies stimmt nicht”, sagt Zimic.

TWRA erklärte auch, daß die bosnische Botschaft in Australien das Internationale Tribunal in Den Haag aufgefordert hätte, mit einer Untersuchung der Zwangsverschickung von 800 Bosniaken von Serbien nach Australien und in europäische Länder zu beginnen. Auch die UNHCR sei angeblich bei der Verschickung behilflich gewesen, statt die Kriegsgefangenen im Rahmen des vereinbarten Austauschprogramms frei zu bekommen, vor allem da sie in Lagern in Serbien – das vorgibt nicht im Krieg involviert zu sein – gefangen gehalten wurden. Der Kronzeuge der Anklage ist der Offizier der bosnisch muslimischen Armee, Osmo Zimic, der gegen seinen Willen nach Autralien verbracht worden war”.

Das Lügengebäude von Srebrenica erlaubt uns einen ersten Blick auf die Neue Weltordnung, die an Form gewinnt. Das UNHCR assistiert in der Produktion von Flüchtlingen, mit Hilfe des Roten Kreuzes werden Familien getrennt, statt zusammengeführt und Tribunale klagen zuerst an und suchen nach Verbrechen später; und helfen dabei, alle Beweise verschwinden zu lassen, die die Anklage widerlegen.

Die Anschuldigungen gegen die Führung der bosnischen Serben stammen vom 10. August 1995, von einer geschlossenen Sitzung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, in der die damalige UN-Botschafterin der USA, Madeleine Albright, Luftaufnahmen von Spionagesatelliten zeigte, die nach der Einnahme von Srebrenica angeblich “massenhafte Greueltaten an bosnisch muslimischen Zivilisten” durch bosnische Serben zeigten.

Von den acht Fotos, die dem Sicherheitsrat vorgelegt wurden, bekam die Öffentlichkeit nur drei zu sehen. Die anderen wurden als vertraulich klassifiziert. Einschließlich jener Fotos, die auf einem Fußballplatz zusammen gedrängte Menschen zeigen. Die NY-Times berichtete: “Nach Ansicht eines amerikanischen Beamten, der die Fotographien gesehen hat, zeigt eins davon Hunderte, womöglich Tausende von muslimischen Männer und sogar Jungen in einem Feld nahe bei einem Fußballstadium etwa 5 Meilen nördlich von Srebrenica. Ein anderes Foto, das einige Tage später aufgenommen wurde, zeigt in der Nähe des Stadiums, das jetzt leer war, eine große Fläche frisch umgewühlter Erde, was mit dem Erscheinungsbild von bekannten Massengräbern übereinstimmt.”

Der Kommentar eines anonymen amerikanischen Beamten mit Zugang zu den “geheimen” Fotos gibt Anlaß zu einigen Fragen: Wenn Auflösungsgenauigkeit der Fotos so schlecht war, daß keine ausreichenden Details zu erkennen waren, ob es sich um “Hunderte” oder “Tausende” von Menschen handelte, wieso konnte der Mann dann aus den Fotos deutlich zwischen “muslimischen Männern und Jungen ” unterscheiden? Warum nicht serbische Männer und Jungen? Oder Frauen und Mädchen? Die Mitgliedern des Sicherheitrats sahen aber offensichtlich etwas anderes auf den Fotos. Ein Artikel in der NY Times berichtete: “Die Fotos zeigten einige Felder bei Novo Kasaba, nahe Srebrenica, auf denen bosnisch muslimische Familien zusammengetrieben worden waren”. Ein bloßes Detail? Waren das etwa die Frauen und Kinder, die dort auf die Evakuierung mit dem Bus nach Tuzla warteten? Ist das der Grund, warum diese Überwachungfotos der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht wurden?

Ein Foto, das der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt und weltweit verbreitet wurde, gibt einen Anhaltspunkt hinsichtlich des Grades der Glaubwürdigkeit der anderen Fotos, die geheim blieben. Es wirft auch ein bezeichnendes Licht auf das Niveau der kritischen Behandlung dieser Bilder durch die Journalisten.

Zu den Fotos mit der Beschriftung: “Mögliche Massengräber; Kasaba/Konjevic-Polje-Gebiet, Bosnien” tauchen etliche Fragen auf:

Warum wurde dem Sicherheitsrat nicht die ursprünglichen Fotos gezeigt? Aufklärungsfotos weisen normalerweise eingebaute zeitliche und geographische Erkennungsmerkmale auf. Woher soll man wissen, daß diese Fotos in der Nähe von Srebrenica aufgenommen wurden? Und zu welcher Zeit? Der Titel und andere Bemerkungen über das, was man auf den Fotos erkennen soll, wurden nachträglich auf die Fotos geschrieben, während die zeitlichen und geographischen Erkennungsmerkmale wegretouschiert worden waren. Ohne diese Merkmale können die Fotos jedoch beliebig interpretiert werden.

Könnte es sein, daß die US-Regierung weiß, daß der Ursprung von diesem “umgewühlten Boden” nichts mit “Massengräbern” zu tun hat? Könnte dies der Grund dafür sein, warum die Fotos den Titel: “Mögliche Massengräber” tragen? Könnte dies auch der Grund sein, warum das US-Außenministerium und die CIA anfingen, das Gerücht zu lancieren, die Serben hätten angeblich Tausende von Leichen wieder ausgegraben und weggeschafft? Allerdings ohne Satelliten-Überwachungsfotos als Beleg vorzeigen zu können. Und die Medien hatten in ihrer Berichterstattung in der Zwischenzeit das “mögliche” gleich ganz fallengelassen. Sie berichteten nur noch von “Satellitenfotos von Massengräbern”.

Die Bildershow der Madeleine Albright im Sicherheitsrat fand zu einem Zeitpunkt statt, als die größte ethnische Säuberung des gesamten jugoslawischen Bürgerkrieges ablief: Mehr als 250 000 Krajina Serben wurden mit aktiver US-Unterstützung von der kroatischen Armee in einer Blitzaktion aus ihrer angestammten Heimat und ihren Häusern vertrieben. Wer nicht gehen wollte wurde ermordet. Um von den massiven Verletzungen der Menschenrechte des kroatischen Alliierten abzulenken und um die anderen Mitglieder im Sicherheitsrat von Sanktionen gegen Kroatien abzuhalten, beeilte sich die US-Regierung den Serben immer ungeheuerlichere Kriegsverbrechen vorzuwerfen. Genau wie zuletzt im Kosovo genügt es, den Serben vorzuwerfen, sie würden Genozid begehen, um militärische Aggression und andere Verbrechen gegen sie zu rechtfertigen.

Die US-Regierung drängt dem Sicherheitsrat “geheim” eingestufte Satellitenfotos als “Beweis” auf, schließt also jede unabhängige Prüfung dieser “Beweise” von vorneherein aus, wohl wissend, daß sie von keiner Macht der Welt gezwungen werden kann, der Freigabe der Originalfotos zuzustimmen. Damit hat sich die US-Regierung einen gesetzlosen Raum geschaffen, in dem sie Beweise fabrizieren, manipulieren, vorlegen oder vorenthalten kann. Solange ihre Interessen mit denen der US-Regierung nicht in Konlikt geraten, können auch verbündete Regierungen oder Institutionen ein Stück dieser “Freiheit” von Einschränkungen durch internationale und nationale Rechtsnormen genießen.

Laut taz vom 17.12.97 wurden alle Srebrenica-relevanten Akten für die nächsten 30 bis 50 Jahre in der New Yorker UNO-Zentrale weggesperrt und dürfen auch dem Tribunal nicht vorgelegt werden. Dies geschah auf Verlangen der ständigen Sicherheitsratsmitglieder USA, Frankreich und Großbritannien, die sich auf ihre nationalen Geheimschutzbestimmungen für Regierungsdokumente beriefen.

Welche Rechtfertigung könnte es wohl dafür geben, die Beweise von Verbrechen gegen die Menschheit als geheim einzustufen und für Jahrzehnte aus dem Verkehr zu ziehen? Gehören sie nicht per definition der Menschheit und nicht nur einigen Regierungen? Verstecken diese Regierungen hiermit die Beweise für ein Verbrechen oder eher den Beweis dafür, daß es keine Beweise für die angeblichen Verbrechen gibt?

Nachdem Slowenien und Kroatien erfolgreich vorgeführt hatten, wie man es macht, strebten auch die bosnisch muslimischen Nationalisten die staatliche Sezession Bosnien-Herzegowinas von der Bundesrepublik Jugoslawien an. Dabei wurde die muslimische Führung in Sarajevo mit einer ganzen Reihe besonderer Hindernisse konfrontiert. Sie verfügte weder über die Mehrheit der Bevölkerung noch über den größten Teil des Territoriums. Noch hatte sie die militärische Macht, diese Nachteile auszugleichen. Die Islamische Partei (SDA) von Präsident Izetbegovic, die in Sarajevo an der Macht war, verfolgte ihre eigene Strategie, in dem sie versuchte, die internationale Öffentlichkeit mit Greuelgeschichten zu mobilisieren, in der Hoffnung, daß die Medien ausreichenden Druck auf die Regierungen der USA und anderer NATO-Staaten ausüben würden, um Hilfe gegen die Serben zu bekommen. Das wollte anfangs nicht so recht gelingen, denn noch am 17.August 1992 schrieb das “Time” Magazin: “die bosnischen Muslime, kämpfend mit der gleichen Brutalität wie ihre Rivalen, machen sich selbst der Barbarei schuldig und verbreiten übertriebene Horrorgeschichten über die Serben, um Sympathie und Unterstützung zu gewinnen.”

Die internationalen Medien standen also anfangs den Horrorgeschichten und dem Verhalten der muslimischen Regierung in Sarajevo durchaus mit einer gesunden Skepsis gegenüber. Zu dieser Zeit hatte sich aber die politische Führung der NATO-Länder noch nicht entschlossen, auf Seiten Sarajevos einzugreifen. In der NATO wurde hinter den Kulissen ein interner Kampf um die zukünftige Ausrichtung der Atlantischen Allianz ausgetragen. Man stritt sich über die “neuen Aufgaben der NATO” nach der Auflösung des Warschauer Vertrags und dem Zerfall der Sowjetunion. Wie zu erwarten, setzten sich schließlich jene Kräfte durch, die im Rahmen der “Neuen Weltordnung” von Amerikas Gnaden die NATO zu ihrem Erfüllungsgehilfen machen wollten, die auch außerhalb ihres ursprünglichen Verantwortungsbereichs, also “out of area” und unabhängig von den Vereinten Nationen militärisch präsent sein und notfalls auch robust eingreifen sollte. Für die Politik kam der “Hilferuf” der Regierung in Sarajevo gerade zur rechten Zeit. Und als sich erst einmal die NATO-Länder zum militärischen Eingriff gegen Jugoslawien entschlossen hatten, folgten ihnen auch die Medien mit einer unterstützenden Berichterstattung, aus der jegliche frühere Skepsis gegenüber den Manipulationen der bosnischen Muslime verschwunden war.

Die Regierung in Sarajevo brauchte in der Folge nur noch Mord und Totschlag zu schreien und die Medien verbreiteten die Stories ungeprüft. Beweise oder Leichen wurden für den Vorwurf des Genozids nicht mehr benötigt. Die Öffentlichkeit wurde auf Seiten der “von Völkermord bedrohten” Muslime mobilisiert und die Medien verlangten den NATO-Eingriff. Den hatte die NATO ohnehin angestrebt, als ersten Schritt auf dem Weg ins “out of area”-Abenteuer. Eine bessere “moralische” Legitimation als Vorwand für diesen richtungsweisenden ersten Schritt, der sonst schwer zu verkaufen gewesen wäre, hätten sich selbst die besten NATO-Strategen vorher nicht ausdenken können.

Im November 1995, als die Anklage wegen Srebrenica gegen die bosnischen serbischen Führer erhoben wurde, machte ein eisiger Winter die Suche nach den angeblichen Massengräbern unmöglich. Als sich der Frühling mit seinem Tauwetter näherte und die US-Regierung immer noch keine schlüssigen Beweise für ein Massaker vorgelegt hatte, begannen das Tribunal und sein Chefankläger Richard Goldstone, nervös zu werden. Im Januar ´96, erklärte Goldstone, daß ” die Exhumierung der Gräber notwendig werden könnte, um die Identität der Leichen festzustellen und um die notwendigen Beweismittel wie Zeitpunkt und Ursachen des Todes zu sichern.” Was er hier als eine versteckte Warnung an die USA formulierte, hätte bei einem normal funktionierenden Gericht die Voraussetzung sein müssen, um festzustellen, daß ein Verbrechen begangen wurde.

Im März 1996, kurz vor Beginn der langerwarteten Grabungen, erschien Drazan Erdemovic auf der Bildfläche. Er wollte, daß Journalisten ihm helfen als Zeuge vom Haager Tribunal gehört zu werden. In einem Interview mit Le Figaro behauptete er, er habe in einer serbischen Militäreinheit gedient, die Srebrenica eingenommen hatte. Gewürzt mit ein paar konkreten Informationen erzählte er vage von seiner Teilnahme an Exekutionen in Srebrenica, in denen 7,62 mm Geschosse verwendet und die Leichen – er sprach von 1200 – in einem Massengrab am Ort der Exekution verscharrt worden seien.

Als er vor dem Tribunal aussagte, mußte das Tribunal ihn zwar selbst anklagen, aber weil er gestand, wurden keine materiellen Beweise während seines Prozesses vorgelegt, die den Wahrheitsgehalt seiner Aussage bestätigten. Die Diskrepanz zwischen seinen Angaben und den später am genannten Ort gefundenen 150 bis 200 Leichen, wurde nie geklärt. Die Öffentlichkeit wurde auch nie darüber informiert, ob es sich dabei um Opfer einer Exekution oder eines bewaffneten Konfliktes handelte.

Wie glaubwürdig ist ein Zeuge wie Erdemovic, der seiner eigenen Aussage zufolge in der Vergangenheit schon mehrmals die Seiten gewechselt hatte? Die International Herald Tribune zumindest scheint sich diese Frage gestellt zu haben, denn sie meinte, seine Aussage sei “offensichtlich durch Rache” motiviert.

Drazan Erdemovic aber wurde vom Haager Tribunal zum Kronzeugen einer Anhörung auf der Basis von Artikel 61 gegen Karadzic und Mladic gemacht. Anhörungen nach Artikel 61 sind Show-Prozesse nach Art der Inquisition. Das Tribunal legt in einer öffentlichen Sitzung – von CNN meist weltweit übertragen – seine “Beweise” vor, ohne daß die Verteidigung des Angeklagten das Recht hat Fragen zu stellen, oder gar “Beweise” zu widerlegen.

Im Frühjahr 1996 begannen schließlich unter Medienfanfare die Grabungen. Nach Monaten der Exhumierung von “Massengräbern” und des Sammelns und Untersuchens der Leichen jener, die offensichtlich im Kampf gefallen oder auf der Flucht umgekommen waren, fingen die Vertreter des Tribunals an sich zu fragen: “Wo sind all die Leichen geblieben?” Und im November ´96 bemerkte die britische Sunday Times “Von den Tausenden der Männer und Jungen aus der UNO-Schutzzone (Srebrenica, Anm. G.P.), die von bosnischen Serben im Juli 1995 exekutiert wurden, sind nur die Leichen einiger Hundert gefunden worden – weniger als 10% der 7000 vermißten Muslime.” Und bei den gefundenen Leichen erfuhr die Öffentlich keine der üblichen gerichtsmedizinischen Details über Todeszeitpunkt, -ursache und -umstände.

Im Frühling ´98 berichtete die Nachrichtenagentur Reuters, daß “nach zwei Jahren (der Suche, Anm. G.P.) mehr als 1500 Geschosshülsen im Gebiet (von Srebrenica, Anm. G.P.) gefunden wurden”. Dem Haager Kriegsverbrecher Tribunal fehlen also nicht nur die nötigen Leichen sondern auch die entsprechende Anzahl von Geschosshülsen, oder sollen wir annehmen, daß die Serben mit jedem Schuß mehr als 5 Menschen töteten?

Es existiert die weitverbreitete aber falsche Vorstellung, daß jedes “Massengrab” die Opfer einer Massenexekution enthält. Außerdem ist die Entdeckung von in Eile begrabenen Leichen in Gebieten, in denen über drei Jahre ein Bürgerkrieg tobte, sicherlich nichts Ungewöhnliches. Bei einer plötzlichen großen Anzahl von Toten, egal ob durch Kriegseinwirkungen oder durch eine Katastrophe in Friedenszeiten, ist oft die sofortige zivile Einzelbeerdigung unmöglich und ein – zwischenzeitliches – Massengrab die einzige Lösung.

In weiser Voraussicht hatte Frau Albright deshalb bereits in ihrer “picture show” im UN-Sicherheitsrat die Serben gewarnt: “wir werden genau beobachten, um zu sehen, ob die bosnischen Serben versuchen werden, die Beweise für das, was sie getan haben, zu beseitigen.”

“Erklärungen” für den Mangel an Leichen wurden schnell gefunden. Der schon oben zitierte Sunday Times Artikel spekulierte, daß die Leichen in hochgiftigem Sodium Hydroxid aufgelöst worden waren, das “von menschlichem Fleisch praktisch keine Spur hinterläßt mit Ausnahme eines Schlamms”.

Gleichzeitig wurde von anderer Seite eine weitere “Erklärung” unter die Leute gebracht, mit der man übrigens auch heute wieder die leeren, oder mit toten Tieren gefüllten “Massengräber” im Kosovo erklärt: die Serben wollten die Beweise für den Genozid beseitigen und haben ganz einfach die Leichen ausgegraben und an anderer Stelle verschwinden lassen.

Diese Erklärungsvariante hat den Vorteil, daß Bosnien groß ist und man nicht einmal nach Resten von Hydroxid-Schlamm zu suchen braucht. Mit der neuen Variante der Nadel-im-Heuhaufen-Suche nach “Massengräbern” in ganz serbisch Bosnien konnte man die Erwartungen der Öffentlichkeit nach Aufdeckung der angeblichen Verbrechen hinhalten; ein Jahr nach dem anderen. Sie hatte aber auch ihre Nachteile. Wie kann man den Medien und der Öffentlichkeit plausibel erklären, daß die Serben Tausende von stark verwesten Leichen unter den Augen von US-Beobachtungssatelliten und Aufklärungsflugzeugen ausgegraben und fortgeschaffen haben, ohne daß es dafür auch nur einen Zeugen geschweige denn eine Satellitenaufnahme gibt.

Aber – bezeichnend für den Zustand unserer “kritischen” Medien und der von ihr bedienten Öffentlichkeit – diese Frage wurde gar nicht erst gestellt. Statt dessen gelten das “Massaker” von Srebrenica und der “Genozid” in Bosnien auch ohne Beweise als gesicherte Fakten.

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塞爾維亞人民非常感謝中國的支持﹗

1999年﹕南斯拉夫送給中國美國的秘密殲擊機殘骸

殲20隱形技術 偷師美國?
編譯中心23日電
January 23, 2011 03:30 PM | 17457 觀看次數 | | 19 | |
中國引為國防之光的殲20隱形戰機日前在成都亮相並試飛成功,被視為可能威脅到美國的空優地位。現在傳出,殲20的部分技術也許來自美國。
塞爾維亞軍方向美聯社透露,殲20的部分高科技可能來自一架1999年在塞爾維亞被擊落的美軍F-117夜鷹戰機。
夜鷹戰機是舉世首見的隱形戰機(stealth fighter)。1999年3月27日,亦即科索伏戰爭期間,北約空襲塞爾維亞時,塞軍的一枚制空飛彈擊落美軍的一架夜鷹戰機,飛行員及時彈跳獲救。這是號稱「隱形」的夜鷹戰機首次出師不利。五角大廈認為,靈活的戰術與好運是塞軍的俄製SA-3型飛彈得以擊落夜鷹戰機的關鍵。
夜鷹戰機的殘骸散落在大面積的農地,民眾撿來當紀念品,有些碎片跟小型汽車差不多大。當時的克羅埃西亞參謀總長杜馬塞洛索表示:「我們當時獲得的情報顯示,中國特務曾深入飛機墜毀的區域,大肆購買農民手中的機體殘骸。我們認為,中國利用這些材料一窺隱形技術的堂奧…同時還原工程技術。」
塞國高層軍事官員證實,部分殘骸最後輾轉落入「外國武官的手中」。美聯社試圖向美、中國防部查證,均未獲回應。
F-117於1983年上線服役,這架F-117的座艙罩、飛行員的頭盔和無線電等殘骸,正在貝爾格勒的航空博物館展出。
羅馬的軍事專家庫索瓦契表示,塞國前總統米洛謝維契的政權經常與盟邦中國、俄國分享擄獲的西方軍事裝備。
本月11日,雙引擎的殲20首次亮相,展現中共致力研發最先進高科技武器及裝備的成果。儘管殲20至少8到9年後才會正式服役,卻可能成為美軍最精銳F-22猛禽式隱形戰機的勁敵。F-22是F-117的改良機種,也是唯一現役的隱形戰機機種。

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殲20偷師美國? 人民日報否認 | Jan 25, 2011

Read more: 世界新聞網-北美華文新聞、華商資訊 – 殲20隱形技術 偷師美國?

The following news seems to confirm the previous info I sent you:

http://www.worldjournal.com/view/full_news/11105260/article-%E6%AE%B220%E9%9A%B1%E5%BD%A2%E6%8A%80%E8%A1%93-%E5%81%B7%E5%B8%AB%E7%BE%8E%E5%9C%8B%EF%BC%9F?instance=noon

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
  
   

 

1921912日﹐ 505
。。。日本人口太多,多得連日本國都容不下了,這一天迅速逼近了,因此,必須允許她擴張領土。。。
這個人口過多的謬見旣吸引了美國的現實主義者,也吸引了美國的理想主義者。現實主義者採取的立場是,如果日本國一定要擴張,就讓她犧牲中國和俄國,這樣就可以解決盎格魯克遜領土上惱人的移民問題,這對美國、加拿大、澳大利亞和新西蘭都是有好處的。我們爲什麽要因爲亞洲旗幟的顔色而自擾呢?滿洲是在中國人手裏還是在日本人手裏,這對我們有什麽關係呢?西伯利亞是俄國的還是日本國的,會影響到我們的幸福嗎?
這是現實主義者冷血的辯解。這在高層不乏其支持者。電訊裏不時傳來新聞說某位美國要員表達了這個觀點。卽使他們不是執意把俄國和中國像案板上的肉供日本人食用,他們至少會對日本的痛苦表示出極大的同情,並宣佈他們完全同意日本國必須朝某個方向擴張,讓人們去猜測他們似乎並不在意其擴張是在加利福尼亞或亞洲以外其他的地方。
有一位美國哲學家,他對遠東局勢的瞭解和任何消息靈通的人一樣,對這個現實主義陰謀做了一個符合邏輯的結論,並要美國和英國不僅要允許,而且實際上要激勵,盡量引誘日本進入俄國的亞洲部分。然後,根據他的觀點,人種問題就會在日本人和斯拉夫人之間在中亞通過戰爭得以解決。這需要很長的時閒,在此期閒,這兩個麻煩的民族將忙於戰爭,而不會來干涉盎格魯-薩克遜人對地球上其他地方的和平開發! 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

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功是什麼國家的組織﹖